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Gabriel schickt Schulz ins Rennen ums Kanzleramt
Zwei für die SPD: Martin Schulz (l.) soll Sigmar Gabriel als Parteichef ablösen. Foto: dpa
SPD

Gabriel schickt Schulz ins Rennen ums Kanzleramt

Überraschung bei den Sozialdemokraten: Der Parteichef tritt ab. Nun soll der ehemalige Präsident des EU-Parlaments Wahlkampf gegen Merkel führen.

25.01.2017
  • DPA

Berlin. SPD-Chef Sigmar Gabriel verzichtet überraschend auf den Parteivorsitz und die Kanzlerkandidatur – nun soll der bisherige EU-Parlamentspräsident Martin Schulz Kanzlerin Angela Merkel (CDU) herausfordern. „Wenn ich jetzt anträte, würde ich scheitern – und mit mir die SPD“, begründete Gabriel im Magazin Stern seinen Rückzug. Der 61-jährige Schulz, der neuer Parteichef werden soll, habe „die eindeutig besseren Wahlchancen“. Der bisherige Vizekanzler und Wirtschaftsminister Gabriel will das Amt des Außenministers übernehmen.

Führende Parteifreunde äußerten Respekt für Gabriels Verzicht. Der linke SPD-Flügel signalisierte Schulz volle Unterstützung. Die baden-württembergische SPD-Chefin Leni Breymaier äußerte sich überrascht: „Mich hat es aus den Socken gehauen. Ich habe damit nicht gerechnet. Ich freue mich, in einer Partei zu sein, die mehr als eine geeignete Persönlichkeit für wichtige Führungspositionen hat“, sagte sie. Kritik am Rückzug Gabriels kam von FDP-Chef Christian Lindner, Skepsis gegenüber Schulz von der Linkspartei.

Als neue Wirtschaftsministerin soll Gabriels bisherige Staatssekretärin Brigitte Zypries am heutigen Mittwoch in einer Sondersitzung der Bundestagsfraktion vorgestellt werden. Gabriel ist seit 2009 Chef der SPD. Er hatte den überraschenden Wechsel an der Parteispitze nach Teilnehmerangaben in der Sitzung der Bundestagsfraktion erklärt und Schulz als SPD-Chef vorgeschlagen. Der bisherige Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) tritt am 12. Februar bei der Bundespräsidentenwahl an – an seiner Wahl gibt es keinen Zweifel.

Gabriel sagte dem „Stern“, neben den politischen hätten ihn auch private Gründe zum Verzicht bewogen. Voraussichtlich im März wird er noch einmal Vater. „Heute bin ich wirklich ein glücklicher Mensch. Ob ich es auch wäre, wenn ich meine Familie noch weniger sehen würde als jetzt schon, weiß ich nicht.“ dpa

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25.01.2017, 06:00 Uhr

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