Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Ganz unten

Ganz entspannt in Sommerhand

Endlich ein Wochenende, das allen Daheimgebliebenen Recht gab. So schön und erholsam kann Sommer sein, und gleich vor der eigenen Haustür: Schon am Morgen diese klare Luft, noch kühl, ein wenig altweibersommerhaft, eine Einladung zum Joggen, Radfahren, Walken. Die Frühsportler grüßen einander wie Wissende auf den Wegen entlang des Neckars.

23.08.2010
  • Ulrike Pfeil

„Heut’ isch ’s Wasser wieder herrlich!“ rufen die erfahrenen Badenden in der Damenumkleide des Freibads. Erst schwimmen, dann zum Wochenendeinkauf. Väter kommen mit Kindern angeradelt, auf dem noch taufrischen Rasen ist jede Menge Platz. Und im Planschbecken am Vormittag auch.

Kein Gedrängel nirgends. Die Nachbarn haben am Morgen ihr Auto vollgeladen mit Campingzeug, Schmusetieren, Trinkflaschen, Kindern, Fahrrädern hintendrauf, zum späten Start in den Süden. Fast hat man sie bedauert.

Auf dem Markt bei der Jakobuskirche ist Erntezeit, das Beste aus Norden und Süden: Beeren in allen Rot- und Blautönen, Pilze und Kräuter, Oliven, Ziegenkäse und frische Calamares, knackige Sommeräpfel, Artischocken und Auberginen, aber auch schon die ersten Roten Bete; Trauben und Zwetschgen im Kommen, Aprikosen im Gehen. Die Dahlien fast schon unverschämt rot.

In den Straßencafés treffen sich jetzt die Zeithaber, auch die Bedienungen haben Luft für ein paar Worte. Und sitzen nicht auffällig viele Lesende an den Tischen? Spagettiträger und kurze Hosen, Sandalen und Sonnenhüte sind nach den Jacken und Vliesen der letzten kühlen Tage ganz schnell wieder auf der Straße, eine kollektive Sommerbeschwörung.

Eine gelassene Langsamkeit bemächtigt sich der nahezu Event-freien Stadt (die Poolparty im Freibad, siehe Seite 18, mal ausgenommen). Selbst die Autofahrer auf den Ausfallstraßen scheinen einen Gang herunterzuschalten. Mehr Cabrios sind unterwegs als bei den nervösen Berufspendlern die Woche über, mehr Motorradfahrer, bei denen eher der Weg gilt als das Ziel.

Draußen, in der flirrenden Hitze des Nachmittags, unter Schattenbäumen, fühlt es sich an wie gute alte Sommerfrische. Rastende Radler, Familien beim Picknick, Kinder, die in Schönbuchbächen kleine Staudämme bauen, Frisbee-Spieler auf der Wiese, lachend, ohne Netz, ohne Ehrgeiz. Der Albtrauf ein sattgrünes Gemälde auf blauem Grund, davor die letzten noch nicht geernteten Kornfelder, changierend im sanften Wind. Diese Trägheit in der Hängematte, was ist sie, wenn nicht Urlaub?

Ein Abend für den Biergarten, noch besser für Terrassen, leichte Gespräche, leichte Speisen (ein paar Freunde sind ja doch da), lau bis spät, Kerzenlicht ist schon angesagt. Wie gut, dass wir nicht weggefahren sind.

Aber wird man sich erinnern an dieses Wochenende, wenn es demnächst wieder regnet? Doch, doch, der Sommer war da.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

23.08.2010, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball