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Tennisspielerin Salomé Llaguno drückt gegen Deutschland ihren Landsleuten die Daumen

Ganz fern der Heimat der Albiceleste so nah

Salomé Llaguno, Top-Tennisspielerin beim TC Tübingen, pendelt zwischen Kontinenten und Ländern. Am Sonntagabend allerdings ist die 31-Jährige nur eins: Argentinierin. Nachdem sie den Deutschen mehrfach die Daumen gedrückt hat, schlägt im Finale ihr Herz ausschließlich fürs Heimatland.

10.07.2014
  • Bernhard Schmidt

Tübingen. Das WM-Halbfinale Argentinien gegen Niederlande in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hat Salomé Llaguno einige Nerven gekostet. Die Nummer eins der in der Württembergliga spielenden Tübinger Tennis-Frauen ist, wie schon seit vier Jahren, bei der Familie des einstigen Fußball-Profis und TCT-Cheftrainers Hans-Otto Hiestermann untergekommen. Im Wohnzimmer der Hiestermanns in der Tübinger Olgastraße hat sie die TV-Übertragung des zunächst wenig aufregenden Halbfinales gesehen. Groß war dann allerdings die Anspannung beim entscheidenden Elfmeterschießen. Jubel, als Ron Vlaar und Wesley Sneijder ihre Elfer verschossen, Erleichterung nach den sicheren Treffern von Lionel Messi und Ezequiel Garay. Noch etwas Bibbern bei Sergio Agüeros Schuss, den Jasper Cillessen fast gehalten hätte. „Da hat sie sich unter die Decke verkrochen“, erzählt Hiestermann.

Fürs Halbfinale der Deutschen gegen Brasilien ein Tag zuvor hatte Gastvater Hiestermann auch ein paar brasilianische gelb-blau-grüne Devotionalien mit ins Clubheim gebracht, die aber schob Llaguno energisch vom Tisch. Nicht nur wegen der traditionellen Rivalität der beiden südamerikanischen Länder hatte Llaguno eindeutig für Jogis Jungs Partei ergriffen: „Ich dachte mir, Deutschland ist für Argentinien der leichtere Gegner.“ Diese Meinung musste sie spätestens nach dem grandiosen 7:1-Sieg der Deutschen revidieren. „Deutschland ist ganz klar der Favorit“, räumt Llaguno mittlerweile ein. Auf eine konkrete Prognose lässt sie sich nicht festlegen. „Ich hoffe nur, dass Argentinien gewinnt.“

Das Finale am Sonntag wird sie wahrscheinlich zusammen mit den Teamkolleginnen im Clubheim des TC Tübingen anschauen – im blau-weißen Trikot selbstverständlich. Denn die Damen eins des TC Tübingen, bisher nur ein Sieg in der höchsten Verbandsklasse, empfangen auf der Anlage in der Gartenstraße den TV Reutlingen, den Tabellenletzten. Nach dem letzten Doppel und nach einem Sieg, so hofft Llaguno, kann das Team dann vor dem Fernseher feiern.

Auch im Viertelfinale gegen Frankreich galten die Sympathien der Argentinierin den Deutschen. Und das, obwohl die Tennisspielerin in der Freiluft-Saison mindestens genauso viel Zeit jenseits des Rheins verbringt und die französische Sprache besser beherrscht als die deutsche. Seit acht Jahren schon punktet die Argentinierin für Tübingen, fast immer kommt sie direkt aus Frankreich, wo sie ebenfalls um Ligapunkte spielt. Zuletzt war sie mit Arcachon in die erste Liga aufgestiegen. Llaguno trauert nicht, weil die Franzosen gegen die Deutschen ausgeschieden sind. „Die hatten die Nase zu weit oben.“ Auch sei die Fußball-Euphorie in Frankreich lange nicht so groß wie in Deutschland oder Argentinien. Was Llaguno besonders bedauert: Nur die Spiele mit Beteiligung der Equipe Tricolore waren frei zu empfangen, die anderen, auch die mit argentinischer Beteiligung, gab’s nur im Bezahl-Sender.

Die Fußball-Begeisterung sei derzeit in Argentinien mindestens so groß wie in Deutschland, hat Llaguno vor allem übers Netz erfahren. Am Halbfinal-Tag war arbeitsfrei, begingen die Argentinier ihren Nationalfeiertag. Entsprechend viele Menschen saßen dann um 17 Uhr vor dem Fernseher, feierten anschließend bis tief in die Nacht.

Llagunos Lieblingsspieler ist Angel di Maria, der aber wegen eines Muskelfaserrisses zuschauen muss. Nur während der Weltmeisterschaften, sagt die Tennis-Legionärin, sei sie glühende Anhängerin der Albiceleste. Ansonsten verstehe sie nicht viel vom Fußball. „Im Tennis kenne ich mich viel besser aus“, sagt die ausgebildete Ernährungsberaterin.

Ganz fern der Heimat der Albiceleste so nah
Ausnahmsweise entspannt auf der Zuschauer-Bank: Salomé Llaguno, die sich am Sonntag das blau-weiße Trikot überstreifen wird.

Den Damen eins des TC Tübingen stehen in der Württembergliga die beiden entscheidenden Spiele gegen den Abstieg bevor. Das Team um die Nummer eins Salomé Llaguno trifft am Sonntag, 10 Uhr, auf der Anlage in der Gartenstraße im Derby auf den TV Reutlingen und hofft gegen das Schlusslicht auf den zweiten Saisonsieg. Die Männer des TC Tübingen treffen zur gleichen Zeit ebenfalls auf den TV Reutlingen. Bei der Zweiten des Bundesligisten, Vorletzter in der höchsten WTB-Verbandsklasse, wollen auch die TCT-Männer möglichst Punkte gegen den Abstieg einfahren.

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10.07.2014, 12:00 Uhr

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