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Besitzer staatlicher und privater botanischer Perlen werben jetzt zunehmend gemeinsam

Gartenreisende sollen in den Südwesten kommen

Netzwerke wollen mehr Besucher in staatliche und private Gärten und Parks locken. Das Potenzial ist groß, aber bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

10.05.2016

Von HANS GEORG FRANK

Was duftet denn da so gut? Besucher der Landesgartenschau in Öhringen sind besonders an den floralen Feinheiten interessiert. Foto: Hans Georg Frank

Öhringen. Im Süden gelang der Anfang. 2013 verständigten sich die Besitzer staatlicher und privater Gärten rund um den Bodensee auf eine Zusammenarbeit. Heraus kam das "Gartennetzwerk Bodensee" mit 17 Partnern, das in Baden-Württemberg, Bayern, Österreich und der Schweiz den Freunden der gestalteten Natur unterschiedlichste Schauplätze für floralen Anschauungsunterricht in der "Wiege der europäischen Gartenkultur" bietet.

Diesem Beispiel folgten jetzt Eigentümer grüner Oasen und Gartenführerinnen des Landfrauenverbands mit dem "Gartennetzwerk Hohenlohe". Sie versprechen "begeisternde Erlebniswelt", "verwunschene Baumlandschaften", "botanische Raritäten". Dazu gehört ein "geschichtlicher Erinnerungspfad", der in Forchtenberg, dem Geburtsort von Sophie Scholl, das Schicksal der studentischen Widerstandsgruppe "Weiße Rose" nacherzählt.

"Ein Garten ist für die Leute immer ein Glück", beobachtete Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg. Ob barocker Park, bäuerliche Gemüsebeete oder klösterliche Kräuterkulturen, alle könnten eine magnetische Wirkung auf Erholungssuchende und Urlauber entfalten. Nur: Viele Kleinode wie die Raritäten der Gamburg im Taubertal sind nur Eingeweihten bekannt. Baden-Württemberg ist auf der Landkarte organisierter Gartenreisen noch ein ziemlich weißer Fleck.

Das soll sich nicht nur mit der Kooperation ändern. Auch zwei gedruckte Wegweiser schätzt Michael Hörrmann von den Staatlichen Schlössern und Gärten als hilfreich ein. Die Bücher aus dem T. Götz Verlag führen zu "Traumgärten im Südwesten" und zu ebensolchen am Oberrhein. Gerade von der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit dem Elsass verspricht sich Hörrmann mehr internationale Beachtung für die "grünen Paradiese". Geht es nach ihm sind Reisen ins Ausland nicht mehr unbedingt nötig: "Schwetzingen kann mit jedem Garten in Europa mithalten, die Insel Mainau ist sowieso einzigartig."

Die Vielfalt historischer Parks und moderner Anlagen dokumentiert auch die Agrarwissenschaftlerin Brunhilde Bross-Burkhardt in ihrem gerade erschienen "Reiseführer ins Grüne" (Silberburg-Verlag). Sie stellt 49 Gärten und zwölf besondere Baumpersönlichkeiten an Kocher, Jagst und Tauber vor. Bei ihren Recherchen hat sie festgestellt, dass sich die Besitzer verstärkt um den "gartenkulturellen Schatz ihrer Heimat" kümmern. Brautpaare hätten die Szenerie schon längst entdeckt - als Kulisse für ihre Hochzeitsfotos.

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Erstellt:
10. Mai 2016, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
10. Mai 2016, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. Mai 2016, 06:00 Uhr

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