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Zwischen Songs und Sounds

Gary feat. Robert Stadlober und Klez.E im Kino Löwen

Die Hauptband Klez.E überzeugte musikalisch. Das Interesse des Publikums an der Vorband Gary hing wohl mehr mit dem Frontmann zusammen: Schauspieler Robert Stadlober.

08.10.2010
  • Michael Sturm

Tübingen. An diesem Abend wollte Robert Stadlober in erster Linie Musiker sein. Aber es war nicht zu ignorieren, dass viele aufgebrezelte Mädchen ins Kino Löwen kamen, um den 28-jährigen Schauspieler, der vor allem in dem Film „Crazy“ brillierte, anzuschmachten.

Sie bekamen Stadlober als Gitarre spielenden Teil des Duos mit Astrid Noventa, die zweite Gitarre spielt, meistens aber die Tasten eines Hohner Pianet drückte. Die beiden sind die Lagerfeuer-Variante der Rockband Gary, die ansonsten zu fünft dem Indierock fröhnt. Jeder habe so sein Pompeji, erklärte Stadlober den Titel der neuen Platte „One Last Hoorah for the lost Beards of Pompeji“. Für ihn sei es die Abkehr vom Vinyl: „Heutzutage verbringt man keine Nachmittage in Plattenläden mehr und rennt obskuren Japan-Pressungen hinterher.“

Das Duo sang nette, lagerfeuertaugliche Lieder mit belanglosen, aber verschwurbelten Texten. Junge, einem Trend hinterher rennende Menschen können dazu bedächtig mit den Köpfen mitnicken und sich beim Zuhören irgendwie intellektuell bedeutsam fühlen.

Mit ihrer abgespeckten Variante passten sich Gary der Hauptband Klez.E an, die heruntergefahrenere Versionen der Stücke ihrer letzten Veröffentlichung „Vom Feuer der Gaben“ spielte, das heißt ohne Orchester oder Kirchenorgel. Sänger, Gitarrist und Produzent Tobias Siebert wollte wissen, „wie es sich anfühlt die Songs auf ihre Skelette herunterzubrechen.“

KLez.E – nach einem Computervirus benannt – boten ein akustisch und visuell beeindruckendes Konzert. Das gedimmte Licht im Saal brachte die sich langsam bewegenden Dias an der Leinwand im Bühnen-Hintergrund voll zur Geltung. Davor boten vier Musiker eine stilistische Vielfalt, die in der deutschsprachigen Rock- und PopMusik alles andere als alltäglich ist. Widerspenstige Rhythmen, sägende Basslinien, sanfte Akkordeon-Stakkati oder Mandolinen-Tupfer fügten sich zu großartig weitläufigen Soundlandschaften, in denen es leicht füßig summte, pochte und waberte.

Zwischendurch hätte man eine Stecknadel fallen hören können. Das Publikum im Dunkel des Löwen-Kinosaals, als Aufführungsort für Konzerte durchaus tauglich, sparte nicht mit Applaus. Es sei sehr schön hier zu spielen, befand Siebert. „Wiederkommen!“; forderte eine Stimme. Siebert darauf: „Na sicher!“ Na hoffentlich!

Gary feat. Robert Stadlober und Klez.E im Kino Löwen
Wer ist Gary, wer ist Robert (Stadlober, links) und wer Astrid (Noventa, rechts)? Im Zimmertheater-„Musikzimmer“, das diesmal in den Löwen verlegt worden war- Bild: Metz

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08.10.2010, 12:00 Uhr

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