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Gattaca

Gentechnik-kritischer Science-fiction-Thriller mit düsterer Atmosphäre.

Gentechnik-kritischer Science-fiction-Thriller mit düsterer Atmosphäre.

GATTACA
USA

Regie: Andrew Niccol
Mit: Ethan Hawke,Uma Thurman,Jude Law

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

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24.11.2015
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Schöne neue Welt: Jeder Sittenstrolch kann im Handumdrehen dingfest gemacht, jeder Lover noch im Badezimmer auf seine inneren (sprich: chromosomatischen) Werte überprüft werden und nie wieder Matschtomaten zum Abendbrot. Möglich macht's die Gentechnik, jene Wunderwaffe gegen Menschheitsgeißeln wie Kurzsichtigkeit, faules Obst und schlechte Manieren.

In „Gattaca“ ist man sogar noch ein Stückchen weiter: Hier kommt bereits der komplette Mensch aus dem Labor — kraftstrotzend, gutausse-hend und allseitig verwend- und belastbar. Jedoch gibt es in dieser „nicht allzufernen Zukunft“ auch noch ein paar herkömmlich gezeugte Existenzen, denen als menschli-cher Müll den Müll der Herrenmenschen wegzuräumen obliegt. Wer es mit solchem Handicap zu was bringen will, muß schon mit allen Wassern gewaschen sein. So wie Ethan Hawke, der sich trotz schwachem Herzen die Identität eines Chromosomen-Cracks erschwindelt, um seinen Kindheitstraum von der Fahrt auf den Planeten Titan realisieren zu können.

Ehe es dazu kommt, müssen wir aber erst durch einen Thriller, in dem sich die Schlinge um den Hals unseres Illegalen bald bedrohlich eng zusammenzieht. Das ist nicht nur des nun kräftig perlenden Schweißes wegen attraktiv, sondern auch, weil Regieneuling Andrew Niccol um handelsübliche Tempobolzerei und futuristischen Schnickschnack einen weiten Bogen macht.

Aufregend ist „Gattaca“ vor allem aufgrund seiner Uniformität und Ausweglosigkeit akzentuierenden, mit viel architektonischem und farbdramaturgischem Geschick bewerkstelligten Atmosphäre, deren surreale Märchenhaftigkeit auf das durchaus zeitlose inhaltliche Anliegen verweist. Das besteht nämlich nicht in moralinsaurem Lamento über die Manipulation der sogenannten Schöpfung, sondern in der klugen Kenntlichmachung des monströsen, von Gentechnik übrigens ganz unabhängigen Traums, Leben in wert und unwert einzuteilen.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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30.05.2004

12:00 Uhr

Chewbacca schrieb:

Ein kritischer Film, der sich recht gekonnt mit der brisanten Thematik auseinandersetzt. Auch darstellerisch geht das Ganze in Ordnung. Allerdings ist der Rhythmus des Streifens ein klein wenig lahm. Kein Meisterwerk, aber gute Unterhaltung, die zum Nachdenken anregt. 6,25/10



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