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Gebühren gegen die Folgen
der Haushaltskonsolidierung
Wirtschaft trifft Wissenschaft: Landesministerin Theresia Bauer im Gespräch mit (von links) IHK-Geschäftsführer Wolfgang Epp, Reutlingens Hochschulpräsident Hendrik Brumme und IHK-Präsident Christian Erbe. Bild: Haas
Hochschulpolitik

Gebühren gegen die Folgen der Haushaltskonsolidierung

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer fordert in Reutlingen, Studierende müssten eine „gelebte Gründerkultur“ erfahren.

15.10.2016
  • Bernhard Haage

Beinahe hätte sich der ganze Abend nur um Herausforderungen gedreht: Einmal um solche für die Hochschule – und dann auch noch für die Hochschulpolitik in Baden-Württemberg. Bei der Veranstaltung „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ mit der Landesministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Theresia Bauer (Grüne) an der Hochschule Reutlingen am Donnerstagabend ging es vor allem um Möglichkeiten für eine bessere finanzielle Ausstattung der Hochschulen.

Um das Wort „Herausforderung“ zu vermeiden, sprach Hochschulpräsident Hendrik Brumme in seiner Begrüßung aber vor allem über die Erfolge und das enorme Wachstum seiner Hochschule. Er gab einen Überblick über die fünf Fakultäten, sechs Lehr- und Forschungszentren in Kooperation mit Universitäten und Wirtschaft. Die Zahl der Studierenden habe sich seit 2007 um 58 Prozent erhöht. „Aber die Infrastruktur ist gleich geblieben.“

Eine deutliche Forderung an die Politik packte IHK-Präsident Christian Erbe in sein Grußwort: Er wünscht sich mehr Durchlässigkeit zwischen akademischer und beruflicher Ausbildung sowie eine bessere internationale Vergleichbarkeit. In diesem Zusammenhang hält er es für sinnvoll, die Bezeichnungen „Bachelor Professional“ und „Master Professional“, etwa für geprüfte Betriebswirte, verwenden zu dürfen.

Einen geschickten Einstieg in ihre Rede wählte Ministerin Bauer. Sie begann mit der Erfolgsgeschichte zweier Absolventinnen der Hochschule Reutlingen, die als Gründerinnen eines Unternehmens für individuelle Recyclingkonzepte beeindruckend in die Selbständigkeit gestartet sind – mit der Global Flow GmbH in Korntal. Für Theresia Bauer ist der Schlüssel zum wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Erfolg des Landes eine gesellschaftsübergreifende Kooperation, der „Schulterschluss zwischen exzellenter Forschung und unternehmerischem Know-how“.

Zwar sei Baden-Württemberg im internationalen Vergleich dabei gar nicht so schlecht aufgestellt, doch sieht sie die Potentiale bei weitem noch nicht ausgeschöpft. „Forschung und Innovationsfähigkeit sind die Grundlage für unseren Wohlstand“, unterstrich die Ministerin.

„Der Technologietransfer ist seit 1995 eine Dienstaufgabe von Ihnen“, erinnerte sie die Professorinnen und Professoren unter den Zuhörern. „Wir müssen aus den traditionellen Denk- und Handlungsweisen der Hochschulen herauskommen.“ Neben der bereits gelebten projektbezogenen Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Hochschulen setzt sie „verstärkt auf längerfristige strategische Zusammenarbeitsstrukturen“ – vor allem auch mit kleinen und mittelständischen Unternehmen. Die Studierenden müssten eine „gelebte Gründerkultur erfahren“, dafür sei aber auch eine Akzeptanz in der Gesellschaft erforderlich. „Wir müssen die Internationalisierung der Hochschulen weiter vorantreiben“, ist ein weiterer Wunsch der Ministerin, denn „Wissenschaft wie Wirtschaft geht nicht ohne den Blick über den Tellerrand hinaus“.

Ihren Vorrednern gab sie im Hinblick auf die mangelhafte Ausstattung der Hochschulen Recht. „Die finanziellen Ressourcen sind bei weitem nicht so gewachsen, wie es nötig wäre“, sagte sie und erläuterte, wie sie die 48 Millionen Euro an strukturellen Einsparungen im Wissenschaftsministerium im Rahmen der Haushaltskonsolidierung aufzufangen gedenkt: durch Einnahmeerhöhungen. Zu ihren – noch nicht beschlossenen – Plänen gehören eine (umstrittene) Beitragskomponente für Studierende aus dem Ausland, höhere Verwaltungslastenbeiträge für alle Studierende und eine Gebühr für ein Zweitstudium.

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15.10.2016, 01:00 Uhr

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