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Gedenken an Opfer
von Krieg und Terror
Bewegende Gedenkfeier: Thomas Hölsch spricht.Bild: Kappeller
Volkstrauertag

Gedenken an Opfer von Krieg und Terror

Im gesamten Steinlachtal waren gestern Gedenkfeiern. In Dußlingen gestalteten Schüler die Veranstaltung.

14.11.2016
  • cay

Sichtlich bewegt war Bürgermeister Thomas Hölsch am Sonntagvormittag, als er auf dem Dußlinger Friedhof vor der Gedenkstätte für die Opfer beider Weltkriege die offiziellen Gedenkworte sprach – auf den Tag genau ein Jahr nach den Anschlägen von Paris. Gemeinsam mit Robert Staiger als Vertreter des
VdK legte Hölsch anschließend Kränze nieder. der Posaunenchor spielte. „Wir trauern und gedenken der Opfer von Krieg, Terror und Gewalt“, sagte Hölsch. „Unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen und in der Welt.“

Die Gestaltung der Gedenkfeier übernahmen Schülerinnen und Schüler des Karl-von-Frisch-Gymnasiums sowie der Anne-Frank-Schule. „Auch bei uns sind Menschen von Angst belastet, auch in der jüngeren Generation“, sagte Religionslehrer Dirk Wütherich. Schülerinnen trugen Erinnerungen aus der Kriegszeit vor: aus der Perspektive von Verwandten. Dazu wurden Fotos an die Kirchenwand projiziert.

Eine Jugendliche erzählte vom Opa, dem eine Pistole an den Kopf gehalten wurde. Der Schütze drückte ab, die Waffe war aber nicht geladen. In der Zeit, die es dauerte, nachzuladen, konnte sich der junge Mann in einen Fluss hechten – und überlebte. Ein Mädchen berichtete von ihrer Urgroßmutter, die ursprünglich aus Ostsudeten stammte. Mit dem Leiterwagen im Gepäck legte sie 1000 Kilometer zu Fuß zurück bis ins Remstal. Später habe sie immer betont, dass sie nicht geflohen sei, sondern vertrieben wurde.

Ängste von Jugendlichen

Man lebe heute in einer anderen Zeit, die hierzulande oftmals angstfrei und sorglos erscheine, sagte Wütherich. Aber auch unter Jugendlichen seien Ängste verbreitet. Schülerinnen trugen vor, mit was sie zu kämpfen haben: der Angst davor, Fehler zu machen; der Angst davor, was mit der Welt geschieht oder dass der Terror näher rückt; der Angst vor Einsamkeit, Krankheit, Tod oder davor, von Menschen verletzt zu werden. Aufpassen müsse man, dass Angst nicht zum bestimmenden Element werde, sagte Wütherich. Der Chor der Anne-Frank-Schule sang „Schalom, Schalom, der Herr segne uns“. Auch der Dußlinger Sängerkranz umrahmte die Feier musikalisch.

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14.11.2016, 01:00 Uhr

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