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In Wort und Bild

Gedichtet und fotografiert: Helmut-Hauser-Schau in der Volksbank

Am Freitagabend haben sich in der Sulzer Volksbank die Hauser-Fans versammelt, um gemeinsam mit dem Dichter die Eröffnung seiner Ausstellung „Bilder und Gedichte – Gedichte und Bilder“ zu feiern, die nun zwei Wochen lang während der Schalterstunden zu sehen sein wird.

09.10.2010
  • Hans-Jörg Schweizer

Sulz. Als „Renfrizhauser Urgestein“ bezeichnete Volksbank-Chefin Gislinde Sachsenmaier den heute in Balingen lebenden Heimatdichter Helmut Hauser. Wie auch die Volksbank sei Hauser der Region und der Heimat verbunden, weshalb die Ausstellung seiner Gedichte und Bilder auch hervorragend in die Schalterhalle passe.

Der einstige Ministerialdirigent Erwin Zillenbiller aus Veringenstadt, den Helmut Hauser als „Vater der Dorfsanierung“ vorstellte, griff ziemlich tief in die Mottenkiste der Dorfverschönerung, um zu veranschaulichen, was die Hausersche Lyrik und Fotografie so alles bewirken könne.

Zillenbiller berichtete von früheren Jahrhunderten, als Landschaft mit ihren Bären oder Wölfen für die Menschen vor allem eines war: feindlich. Erst Ende des 18. Jahrhunderts hätten Maler die Schönheiten der Landschaft entdeckt. Gar erst Anfang des 19. Jahrhunderts hätten die Menschen damit begonnen, die Landschaft um sie herum nicht nur nach ihren Grundbedürfnissen nach Nahrung, Kleidung oder Baustoff zu formen, sondern sie aktiv zu verschönern. Diese Verschönerungsbewegung habe sich in so genannten Verschönerungsvereinen landauf, landab manifestiert, was 1888 in deren Zusammenschluss zum Schwäbischen Albverein gegipfelt habe.

Das gleichwertige Nebeneinander, die Verbindung von Bild und Wort – so wie eben auch in Helmut Hausers Lyrikbänden oder in der aktuellen Ausstellung – sei jener romantischen Bewegung zu verdanken, so Zillenbiller. „Die Seele versteht keine Worte, sie bedarf der Symbole.“ Und drum würden Bilder der Landschaft leicht zu Symbolen der Heimat.

Aus dem Miteinander in der schweren Zeit nach zwei Weltkriegen sei dann aber mit zunehmendem Wohlstand ein Nebeneinander der Menschen geworden. Und in den 1980er Jahren hat Zillenbiller gar ein Auseinander ausgemacht. Um die Globalisierung zu bewältigen empfiehlt Zillenbiller jetzt ein neues Zueinander, eine Besinnung auf Werte, welche die Zufriedenheit begünstigen. Lyrik wie die seines Freundes Helmut Hauser könne die Schönheit der Landschaft mit geistigen Worten verbinden. Nachdem diese Lyrik in den vergangenen Jahrzehnten eher ein Schattendasein geführt habe, biete sich ihr jetzt neuer Nährboden, ist Zillenbiller überzeugt.

Über den Lyriker an sich sinnierte Hauser, dieser solle es verstehen, „die Zeit anzuhalten, Atempausen zu gewähren und sie für andere Dimensionen zu öffnen“. Lyrik stifte Unruhe ebenso wie Geborgenheit und sie solle auch eine heitere Lyrik der Ironie und des Unsinns sein dürfen. Als Fotograf hingegen brauche es neben einem „sehenden Auge“ vor allem große Geduld beim Warten aufs bestmögliche Motiv. „Am besten ist man allein“, meint Hauser. Seine Fotografien sind nun zwei Wochen lang in der Volksbank zu sehen, gleichberechtigt flankiert von Hausers Gedichten, die der Lyriker am Freitagabend rezitierte – fünf heitere und fünf besinnliche. Eines davon, „Worte sind meine Waffe“, hat Hauser einst dem berühmten Sulzer Paul Schmid gewidmet …

Der Uracher und die Gütersteiner Wasserfälle sind auf alle Fälle feuchtkühl schöne Wasserfälle.

Am Uracher Wasserfall überkam mich der Einfall: Wär dies doch ein Weinfall, wie erhielte ich Beifall!

Ja selbst im Zweifelsfall wäre dieser Ernstfall vom Uracher Weinfall kein wässriger Reinfall.

Doch von diesem Vorfall als Ausnahmefall gäb‘s keinen Metzinger Kniefall, eher den erhofften Wegfall.

Drum ist‘s kein Zufall, denn verhütet sind Unfall und jedweder Abfall durch meinen Einfall:

Der Uracher und die Gütersteiner Wasserfälle sind auf alle Fälle feuchtkühl schöne Wasserfälle.

Helmut Hauser: Auf alle Fälle

Gedichtet und fotografiert: Helmut-Hauser-Schau in der Volksbank
„Bilder und Gedichte – Gedichte und Bilder“ – Lyriker und Fotograf Helmut Hauser beließ es nicht dabei, sondern zog zwischen seinen Rezitationen plötzlich die Mundharmonika aus der Tasche und gab selbst ein Ständchen. Im Hintergrund die eigentlich für die Musik bei der Ausstellungseröffnung in der Sulzer Volksbank engagierten jungen Gitarristinnen Vanessa Lorch und Lena Bissinger. Bilder: hz

Gedichtet und fotografiert: Helmut-Hauser-Schau in der Volksbank

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09.10.2010, 12:00 Uhr

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