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Gedenktage

Gedränge im Kalender

Sie gibt es fast für alles und jeden. Wer ruft sie eigentlich ins Leben?

03.01.2017
  • DPA

Berlin. Putzfrauen und Schwertschlucker, Liebende und Piraten, Asteroiden, Butterbrot und der Kuss, sie haben etwas gemeinsam: einen eigenen Gedenktag. Nahezu jeder Tag ist einem Thema oder Problem gewidmet, auf das die Aufmerksamkeit gerichtet werden soll. Es gibt einen Welttag des Hörens, des Sehens und auch des Fernsehens. Einen für Toiletten, Pinguine und die Sprache.

Oft herrscht Gedränge im Kalender und die Anlässe überschneiden sich. So wie am 21. März. Er ist der Internationale Tag der Wälder, der Poesie, des Down-Syndroms, Welttag der Hauswirtschaft, des Puppenspiels und der Beseitigung von Rassendiskriminierung.

Wer entscheidet, was gedenkwürdig ist und was nicht? Wer ruft Welttage ins Leben?

Die Vereinten Nationen gelten als Erfinder der Welttage. „Internationale Tage werden in der Regel auf Initiative von nationalen Einrichtungen, Mitgliedsstaaten oder der Zivilgesellschaft vorgeschlagen“, sagt Katja Römer von der Deutschen Unesco-Kommission. Habe ein Vorschlag ausreichend Unterstützung, werde entweder in der Organisation darüber entschieden, bei der der Vorschlag eingereicht wurde, oder er gehe weiter an die UN-Generalversammlung. Dort werde dann ein Resolutionsentwurf vorgelegt. „Dann muss das ganze nur noch im Konsens verabschiedet werden.“

Bislang haben die UN und ihre Unterorganisationen mehr als 100 internationale Tage und Welttage anerkannt. Römer: „Aufgrund der Vielzahl versucht man grundsätzlich nicht zu viele neue Tage ins Leben zu rufen.“ Denn je mehr Welttage es gibt, desto mehr könnten die Bestehenden an Bedeutung verlieren.

Für 2017 stehen zwei neue Welttage auf der UN-Agenda. Zum einen der Asteroiden-Tag, an dem das Bewusstsein für die Gefahr eines Einschlags geschärft werden soll. Zum zweiten den Tag der nachhaltigen Gastronomie.

Die Kirche war die erste

Richtlinien, wann Internationale Tage gestrichen werden, gibt es der UN zufolge nicht. Sie werden einfach nicht mehr begangen oder geraten in Vergessenheit. So wie der Gedenktag für den Kampf gegen die Apartheid in Südafrika.

Kirchen haben den Gedenktag als Mittel der Reflexion schon lange entdeckt, jeder Tag ist wenigstens einem Heiligen gewidmet. Und 1967 rief Papst Paul VI den Welttag der sozialen Kommunikationsmittel aus, um Medien an ethische Prinzipien zu erinnern.

Kalendertage können auch zu Werbeträgern werden. International erfolgreiche Beispiele sind der Valentinstag, der Muttertag, der Tag des Brotes und der Tag des Bieres. dpa

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03.01.2017, 06:00 Uhr

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