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Freiburg

Gefährlicher Keim auf der Station für Frühgeborene

In der Frühchen-Intensivstation haben sich zwei Babys mit gefährlichen Keimen infiziert. Lebensgefahr bestehe aber nicht, sagt die Uniklinik Freiburg.

06.11.2015
  • DPA

Freiburg Für Erwachsene ist das Bakterium Serratia marcescens gewöhnlich kein Problem, viele Menschen haben diese Bakterien im Darm. Für Frühgeborene kann der Darmkeim aber lebensgefährlich werden. Bei zwei Frühchen in der Freiburger Universitätsklinik wurde so eine Infektion festgestellt. Sechs weitere Frühchen hatten den Keim zwar nicht im Blut, er wurde aber auf dem Körper nachgewiesen, wie der Leiter der Pädiatrischen Intensivmedizin, Hans Fuchs, sagte. Die beiden infizierten Kinder seien nicht in Lebensgefahr.

Dass sich generell Bakterien auf Kindern fänden, sei nicht ungewöhnlich, sagte Fuchs. Gefährlich sei aber, wenn sich ein Keim innerhalb der Station auf andere verbreitet. Mit besserer Hygiene soll das verhindert werden. Dass sich noch mehr Kinder infizieren, könne aber nicht ausgeschlossen werden. Die Klinik hat eine zweite Intensivstation für Neugeborene eröffnet, bis alle betroffenen Babys entlassen sind. Multiresistent gegenüber Antibiotika sei das Bakterium nicht.

Die Eltern seien von Anfang an informiert gewesen und könnten ihre Kinder auch weiterhin besuchen, sagte Fuchs. Derzeit liegen elf Frühgeborene auf der Station. In andere Teile der Klinik hätten sich die Bakterien wohl nicht verbreitet. "Ausschließen kann man im Moment gar nichts, aber es ist sehr unwahrscheinlich", sagte Fuchs.

Die erste Infektion wurde bereits Anfang Oktober bekannt. Mittlerweile ist das betroffene Frühchen daheim. Bei der wöchentlichen Überprüfung der kleinen Patienten sei der Keim dann zwar nicht im Blut, aber auf den Körpern von sechs weiteren Kindern aufgetaucht. Daraufhin wurden die Behandlungsteams von betroffenen und nicht-betroffenen Kindern aufgeteilt und Wasserhähne, Infusionsflaschen oder Maschinen auf Keime geprüft. Zunächst habe er sich auch nicht weiterverbreitet, sagte der Hygienebeauftragte des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin, Philipp Henneke. Doch Anfang dieser Woche wurde der Keim im Blut eines weiteren Babys entdeckt, das erkrankte. Wegen der neu eingerichteten Ersatz-Intensivstation sei ein Aufnahmestopp von Frühgeborenen nicht nötig, sagte Fuchs.

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06.11.2015, 12:00 Uhr

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