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Europa

„Gefahr einer negativen Spirale“

Volker Treier, Außenhandels-Chef des DIHK, empfiehlt der EU Strafzölle auf amerikanische Importe.

03.03.2018
  • DIETER KELLER

Berlin. US-Präsident Trump will Strafzölle für Stahl- und Aluminiumprodukte, die aus dem Ausland importiert werden, verhängen. Ist das der Startschuss für einen Handelskrieg?

Volker Treier: Er droht zumindest. Ob es zu einem Handelskrieg kommt, hängt auch von den Reaktionen der EU ab. Sie sollte sich an die Regeln der Welthandelsorganisation WTO halten: Wenn ein Handelspartner die Zölle ungerechtfertigt erhöht, kann sie mit Gegenmaßnahmen reagieren.

Wie soll Ihrer Meinung nach die EU darauf reagieren?

Die EU hat vor Jahren schon Erfahrungen mit Präsident George W. Bush gemacht. Damals haben die USA die Stahlzölle wieder zurückgenommen, nachdem die EU auf bestimmte Konsumprodukte eigene Strafzölle erhoben hatte, die aus Bundesstaaten stammten, die Bushs Politik unterstützten. Diese Liste wurde zwischenzeitlich modernisiert. Sie ist geeignet, ein Zeichen an die USA zu senden, und das innerhalb der WTO-Regeln. Gleichzeitig sollte die EU bei der WTO Klage gegen die Begründung der USA einlegen, dass die Stahlimporte nationalen Sicherheitsinteressen zuwiderlaufen.

Wie groß schätzen Sie die Gefahr ein, dass der amerikanische Präsident dann wieder mit Handelsbeschränkungen an anderer Stelle reagiert?

Es gibt sicher die Gefahr einer Negativspirale. Nicht zu reagieren birgt aber die gleiche Gefahr. Trump wirft ja nicht nur China vor, mit Dumping den Stahlmarkt dominieren zu wollen, sondern nun auch anderen Importeuren.

Ist der freie Welthandel in Gefahr?

Er ist auf dem Prüfstand. Deswegen ist eine gemeinsame Reaktion mindestens auf europäischer Ebene nötig, besser noch zusammen mit anderen geschädigten Staaten wie Kanada, Brasilien und China.

Ist der Aufschwung in Deutschland in Gefahr?

Nein, zumindest nicht in diesem Jahr. Da sind die Vorzeichen glücklicherweise zu gut, als dass die Auswirkungen schon in den Auftragsbüchern einen deutlichen Niederschlag finden würden. Aber wenn wirklich ein Handelskrieg ausbricht, hätte das auch negative Auswirkungen auf unsere Konjunktur. Dieter Keller

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03.03.2018, 06:00 Uhr

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