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Ka-Ka-Kashirov – klappt doch!

Gegen Bayreuth feiern die Tigers beim 84:76 ersten Saisonsieg

Der 2,15 Meter große Center der Walter Tigers hatte gestern sein Coming-Out: Der frisch gebackene Papa Anatoly Kashirov führte die Tübinger Erstliga-Basketballer beim 84:76 (34:29) gegen Bayreuth zum ersten Saisonsieg.

18.10.2010
  • Hansjörg Lösel

Tübingen. Vaterfreuden setzen also offenbar doch Kräfte frei: Am Montag kam der Sohn von Anatoly Kashirov zur Welt, gestern führte der stolze Papa die Walter Tigers mit 22 Punkten zum ersten Erfolg der neuen Spielzeit. Gegen Aufsteiger BBC Bayreuth erzielte der 2,15 Meter große Russe, der zum Saison-Auftakt noch etwas eingeschüchtert gewirkt hatte, gleich in den ersten zwei Minuten sieben Punkte – was die Tübinger Fans zu „Ka-Ka-Kashirov“-Sprechchören inspirierte, nach der Melodie des WM-Hits „Lu-Lu-Lu-Lukas Podolski“. Hinterher schien es dem 23-Jährigen Kashirov fast ein bisschen peinlich, im Mittelpunkt zu stehen: „Das Wichtigste ist doch, dass die Mannschaft gewonnen hat“, sagte der Center. Und ließ sich dann doch noch entlocken, dass „dieses Spiel eine besondere Freude“ für ihn war.

Für Tigers-Trainer Igor Perovic war die Gala-Vorstellung seines Centers keine Überraschung: „Anatoly hatte zuletzt im Training sehr starke Leistungen gezeigt – in Trier hatte er früh Foulprobleme, aber er hat einfach enormes Potenzial, das wussten wir.“ Und gerade deshalb fühlt sich auch Manager Robert Wintermantel bestätigt, der Kashirov vor dieser Saison unbedingt verpflichten wollte: „Vielleicht ist bei Anatoly jetzt ein bisschen der Knoten geplatzt.“ Wintermantel war die Erleichterung nach dem ersten Saisonsieg deutlich anzumerken: „Bayreuth war der erwartet schwere Gegner – ein Aufsteiger ist immer gefährlich, und deshalb bin ich stolz, dass wir dieses Spiel richtig zu Ende geführt haben und immer eine passende Antwort gefunden haben“. Dass der Erfolg nicht durchweg mit guten Haltungsnoten (die Tigers leisteten sich 17 Ballverluste) errungen wurde, war auch Wintermantel nicht verborgen geblieben. „Wir wissen um die Stärke der Mannschaft, und es wird sicher noch ein bisschen dauern, bis sie ganz oben angekommen sind – da ist sicher noch Luft nach oben.“

Wintermantel wird dabei an die Phase nach dem furiosen Start gedacht haben, als die Tigers nach einer schnellen 9:0-Führung nicht energischer nachsetzten – denn die Bayreuther wirkten zu Beginn äußerst fahrig und unkonzentriert, leisteten sich alleine im ersten Viertel acht Ballverluste – was die Tigers aber einfach nicht nutzen wollten. So blieb die Partie in der ersten Hälfte stets offen, die Tübinger führten zwar durchweg (nach dem ersten Viertel 15:11), ohne sich jedoch einen deutlicheren Vorsprung zu erkämpfen. Erst zu Beginn des vierten Viertels führten die Tigers nach Watts-Dreier und zwei Williams-Freiwürfen erstmals zweistellig (56:44), aber selbst jetzt steckten die Bayreuther noch nicht auf. Angetrieben von den wieselflinken Ex-Nördlingern Osvaldoc Jeanty und Danny Gibson, die früh Druck auf den ballführenden Spieler ausübten, erzwangen die Bayreuther Fehler der Tigers.

Gut fünf Minuten vor Schluss musste der Tübinger Anhang nach Jeantys Dreier wieder ernsthaft bangen, als die Führung auf 63:57 geschrumpft war. Die Tigers hielten das Spiel mit einigen Nachlässigkeiten offen – Watts beging erst ein Offensiv-Foul, schlief dann beim Ausboxen gegen Archibong und gestattete leichte Punkte zum 76:71. Als wenig später auch noch Chris Oliver den Ballbesitz wegen unkorrekten Dribbelns abschenkte, war der erste Tigers-Saisonsieg tatsächlich ernsthaft in Gefahr. Doch Bayreuths Pete Campbell vergab einen Korbleger, und die Tigers behielten in der Schlussphase an der Freiwurflinie die Nerven – gerade Oliver verwandelte seine Versuche mit stoischer Ruhe. Den Schlusspunkt setzte Watts mit einem krachenden Dunk, die Vorlage dafür kam mal wieder von Ratkovica. Der Initiator der meisten Tigers-Angriffe sah allerdings weniger die Offensive, sondern vielmehr die verbesserte Verteidigung als entscheidend für den ersten Erfolg an: „Wir waren von Beginn an aggressiver und haben uns wirklich als Team präsentiert“.

Tigers-Trainer Perovic hofft, dass dieses Mannschaftsgefühl nicht nur eine Momentaufnahme bleibt – den Tigers stehen mit dem Auftritt nächste Woche in Oldenburg und dem anschließenden Derby gegen Ulm schließlich deutlich schwierigere Aufgaben als die gestrige bevor. „In Oldenburg habe ich noch nie gewonnen“, dachte Perovic schon mal voraus – vielleicht gelingt seinem Team nach dem ersten Saison-Sieg gestern ja gleich die nächste Premiere.

Gegen Bayreuth feiern die Tigers beim 84:76 ersten Saisonsieg
Gestern durfte mal wieder gefeiert werden in der Paul-Horn-Arena - vorneweg Topscorer Anatoly Kashirov. Bild: Ulmer

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18.10.2010, 12:00 Uhr

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