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21.11.2014

Todesstrafe aus Tradition: "Difret".

Etwa 15 Jahre ist es her, dass Meaza Ashenafi damals eine junge Anwältin in Addis Abeba, vom Fall der 14-jährigen Hirut erfuhr. Das Mädchen aus einem äthiopischen Dorf war auf dem Heimweg von der Schule zwecks Zwangsverheiratung entführt und vergewaltigt worden. Nachdem sie ihren Peiniger auf der Flucht erschossen hat, droht ihr nach altem Brauch die Todesstrafe. In einem aufsehenerregenden Prozess versucht Ashenafi, das Leben der Schülerin zu retten. Die äthiopische Regisseurin Zeresenay Mehari hat die wahre Geschichte zum Spielfilm Difret verarbeitet, der am Sonntag um 20.30 Uhr im Kino Museum gezeigt wird. Meaza Ashenafi, die nach dem Prozess an der neuen äthiopischen Verfassung mitgewirkt hat und inzwischen für die UN arbeitet, wird bei der Vorstellung anwesend sein.

Short Cuts im Rotlichtmilieu: "Traumland".

Ein weiteres Highlight beim Filmfest Frauenwelten ist Traumland. Der Short-Cuts-artige Spielfilm spielt an Heiligabend im Zürcher Rotlichtviertel. Die Straßenhure Mia freut sich auf Weihnachten mit ihrem Kind in Bulgarien. Eine Handvoll Menschen aus dem bürgerlichen Milieu werden dagegen von Einsamkeit und Ängsten geplagt. Im Verlauf des Tages überkreuzen sich ihre Wege mit verhängnisvollen Folgen. Die fein gearbeitete Milieustudie, die zugleich Gesellschaftspanorama und Anti-Weihnachtsmärchen ist, läuft am Freitag (20.30 Uhr, Museum) und am Samstag (20 Uhr, Waldhorn). Neben Regisseurin Petra Volpe (siehe Interview) kommt auch Hauptdarstellerin Luna Mijovic zu den Vorstellungen. Von Montag bis Mittwoch wird „Traumland“ im Kino Atelier gezeigt.



Last but not least sei vom Frauenwelten-Spielplan Be My Baby empfohlen. Regisseurin Christina Schiewe nähert sich mit ihrem mutigen Spielfilm einem Tabuthema: Wie ist es mit dem Recht von Menschen mit Behinderungen auf Sexualität und Kinder? Als Fallbeispiel dient eine junge Frau mit Down-Syndrom, die gegen alle Widerstände eine eigene Familie gründen will. "Das mitunter etwas dick aufgetragene Drama wird von der Hauptdarstellerin überstrahlt: Wie sie Freude, Enttäuschung, Traurigkeit ausdrückt und auch üble Zurückweisungen aushält, ist bewegend. Carina Kühne spielt alle an die Wand", lobt unsere Kritikerin Dorothee Hermann. Der Film läuft am Samstag und und Sonntag, jeweils 20.30 Uhr, im Museum sowie am Sonntag, 18 Uhr, im Waldhorn Rottenburg. Die Regisseurin bei allen Vorstellungen anwesend.

Revolution gegen Terror: "Die Tribute von Panem", teil 3

Der Knaller im regulären Kinoprogramm sind Die Tribute von Panem – Mockingjay. Der dritte Teil der düsteren Jugendromanreihe wird in zwei Film-Folgen verabreicht: In der ersten soll das Mädchen Katniss zur Symbolfigur des Widerstand gegen das barbarische Regime des Diktators Snow aufgebaut werden. Nach dem relativen Durchhänger der zweiten Serienfolge verbindet "Mockingjay" wieder aufs Angenehmste klassisches Spannungskino und hintersinnige Politparabel. „Phasenweise wähnt man sich in der Verfilmung eines von Che Guevara verfassten Revolutions-Leitfadens mit Unterweisung in Guerillataktik bis zu Überlegungen über die Verwendung mutmachender Kampflieder“, schreibt TAGBLATT-Kritiker Klaus-Peter Eichele.

Sehr entbehrlich sind dagegen die Bocksprünge. In der deutschen Boulevard-Komödie geht es um amouröse Irrungen und Wirrungen gut situierter Ehefrustrierter. Das ist ab und zu ganz witzig, aber durchgängig erschreckend harmlos. Für Bio-Fans und solche, die es werden wollen, eignet sich der Dokumentarfilm Der Bauer und sein Prinz. Er bietet einen Rundgang über die riesige Musterfarm von Prinz Charles in Südengland, die Vorbild sein soll für eine rein ökologische Landwirtschaft.

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Erstellt:
21. November 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
21. November 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. November 2014, 12:00 Uhr

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