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Basketball: Center der Walter Tigers meldet sich zurück

Gegen die Eisbären taut Frease auf

Der Riese ist wieder auf Kurs: 2500 Zuschauer freuten sich am Samstag beim 83:72 (43:33) der Walter Tigers Tübingen gegen Bremerhaven über den Formanstieg von Center Kenny Frease.

10.12.2012

Von Hansjörg Lösel

Tübingen. Als er den Ball zum 61:51 in den Korb geprügelt hatte und auch noch mit einem Bonus-Freiwurf belohnt wurde, ballte Kenny Frease die Faust und schrie die Freude heraus. Die ganze Anspannung fiel vom 129 Kilogramm-Koloss ab, der Amerikaner richtete sich zu seiner vollen Größe von 2,13 Metern auf. Welch Wandlung: Rund 30 Minuten zuvor hatte seine Körpersprache noch ganz anders ausgesehen.

Mit hängenden Schultern schlich Frease übers Feld, nachdem Keith Waleszkowski seinen ersten Wurf abgeblockt hatte. Doch nach den ersten geglückten Aktionen wie dem Block gegen Stan Burrell beim letzten Angriff der Eisbären im ersten Viertel wuchs das Selbstvertrauen des Centers, der den hohen Erwartungen in dieser Saison bisher noch nicht gerecht wurde. Am Samstag bewies er aber, welche Möglichkeiten in ihm stecken.

„Meine Teamkollegen haben mir heute sehr geholfen, sie haben mich immer wieder in gute Positionen gebracht, das war der Schlüssel“, sagte Frease. Die Erkältung, die ihn unter der Woche zu einer Trainingspause gezwungen hatte, habe er nicht mehr gespürt. „Ich muss jetzt hart arbeiten, um diese Leitung zu bestätigen“, sagte Frease.

Trainer Igor Perovic sah die Leistungssteigerung seines Centers ganz nüchtern: „Wir sollten ihn jetzt nicht hochjubeln, genauso wenig wie wir nach schwächeren Spielen schlecht über ihn gesprochen haben – er ist eben erst 23, es ist sein erstes Jahr in Europa.“ Doch auch Perovic war nicht entgangen, dass Frease maßgeblich am entscheidenden Zwischenspurt kurz vor der Pause beteiligt war.

Nach dem ausgeglichenem Beginn mit mehreren Führungswechseln hatte Bremerhaven durch Zwieners Freiwurf zum 31:31 letztmals egalisiert. Mit sechs Punkten im zweiten Viertel und einem Assist für Nash sorgte Frease für das erste kleine Polster (36:31). Der einzige Duggins-Dreier und Reddings Buzzer-Beater vor der Pausen-Sirene sorgten für ein beruhigendes 43:33 zur großen Pause.

Nach dem Seitenwechsel allerdings ging der Faden verloren, Bremerhaven machte sieben Punkte in Serie. Perovic bat zur Auszeit, und die Tigers fanden wieder zurück in die Spur. Redding hielt die Eisbären mit einem Dreier auf Distanz, der Vorsprung wuchs aus bis zu 19 Punkten an. Schon acht Minuten vor dem Ende stimmte der Fan-Block das erste „Umba“ an, in der Schlussphase ließen die Tigers noch Ergebnis-Kosmetik zu.

„Es war ein gutes Spiel, aber nicht unser bester Basketball“, sagte Tigers-Trainer Igor Perovic. An die Leistung der Vorwoche beim furiosen 90:67 in Quakenbrück kamen die Tigers am Samstag nicht heran. Dennoch: „Erst jetzt ist der Erfolg gegen Artland wirklich etwas wert“, freute sich Perovic. Mit 10:12 Punkten ist der Anschluss ans Tabellen-Mittelfeld geschafft, die Tigers gehen entspannt ins schwere Advents-Programm mit der Auswärtspartie beim FC Bayern München nächsten Samstag und den Heimspielen gegen Alba Berlin (19. Dezember) und Frankfurt (23. Dezember). Frease geht die kommenden Aufgaben optimistisch an: „Wir sind als Mannschaft enger zusammen gerückt – in der Kabine ist jetzt jede Menge Selbstbewusstsein“.

Douglas Spradley war mächtig angefressen – Bremerhavens Coach holte auf der Pressekonferenz nach der Niederlage seines Teams in Tübingen zum Rundumschlag gegen seine erfahrenen Spieler aus. „Ich bin wieder sehr enttäuscht über die Einstellung einiger Spieler, zu viele sind nur fokussiert auf den Angriff statt auf die Verteidigung“. Seinen Spielmacher Stan Burrell hatte Spradley schon im vierten Viertel abgestraft und vom Feld geholt, aber auch Center Scott Morrisson bekam sein Fett weg: „Er spielt über 21 Minuten und hat einen Rebound, das sagt alles.“ Die 93-prozentige Freiwurfquote der Eisbären konnte Spradley nicht besänftigen: „Das war heute das einzig Positive.“

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Erstellt:
10. Dezember 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
10. Dezember 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. Dezember 2012, 12:00 Uhr

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