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Verhandlungen bei Bosch Rexroth zum Thema Einsparungen werden „noch einige Wochen in Aspruch nehmen“

Geht das Warten bis in den Herbst?

Bei Bosch Rexroth ist die Stimmung auf einem Tiefpunkt angelangt. Auch am gestrigen Mittwoch war die einzige Information der Werksleitung, dass es noch keine Informationen gibt. Nur eines wurde klar: das Warten auf die Details des geplanten Stellenabbaus kann dauern.

16.07.2015
  • Benjamin Breitmaier

Horb.„Es gab schon schönere Tage“ – die Worte stammen aus dem Mund des stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden Thomas Schenk. Weiter möchte er sich zu der jetzigen Situation im Hause Bosch Rexroth nicht äußern. „Schnellschüsse machen bringt nichts“, erklärt er. „Mehr kann ich derzeit dazu nicht sagen“.

Die Verunsicherung der Mitarbeiter des Horber Standorts der Bosch Rexroth AG ist spürbar. Zur Situation will sich kaum jemand äußern. Der SÜDWEST PRESSE wurde gestern anonym ein internes Schreiben der Werksleitung zugespielt. Darauf stehen Worte wie „auf die schwierige Situation einstellen“ oder „zukunftssicher aufstellen“. Ein zentraler Satz lautet: „Um den Produktbereich Mobile Applications (Anm. d. Red.: Übersetzt Mobile Anwendungen, die Sparte zu der der Standort Horb gehört) zukunftsfähig aufzustellen, müssen wir unsere Kosten erheblich senken, effizienter und schlanker werden“.

Im zweiten Abschnitt geht die Werksleitung näher auf die Gründe der Verzögerungen ein. Die Konzernmutter und die Rexroth-Geschäftsführung hätten beschlossen, die Arbeitnehmervertreter bei den Verhandlungen „noch intensiver einzubinden“. Diese Gespräche sollen jedoch „einige Wochen in Anspruch nehmen“.

Begleitend zu dem Schreiben gab es gestern Mittag mehrere Informationsgespräche am Standort. Vereinzelt war davon die Rede, dass die Mitarbeiter noch bis Ende September auf konkrete Informationen warten müssten.

Wie viele andere wurde auch die Horber Kommunalpolitik von den Neuigkeiten bei Bosch Rexroth kalt erwischt. Im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE äußert sich Oberbürgermeister Peter Rosenberger: „Ich bin überrascht, da der Standort Horb eigentlich auf Expansionskurs war.“ Er weiß noch nichts Konkretes, sicher scheine jedoch, dass ein größerer Einschnitt bevorsteht.

Eigentlich habe es laut Rosenberger regelmäßige Gespräche mit der Werksleitung gegeben. Nach seinem Informationsstand sei der Standort Horb gut ausgelastet und schreibe schwarze Zahlen. „Dem Standort Horb geht es gut“ – war in den Gesprächen zu hören. Rosenberger sorgt sich um den Wirtschaftsstandort Horb. Man müsse bedenken, dass von jeder wegfallenden Stelle ganze Familien betroffen sind. Am heutigen Mittag geht er ins Gespräch mit der Werksleitung, um weitere Schritte zu diskutieren. „Die Stadt ist bereit, das Unternehmen wie in der Vergangenheit zu unterstützen“, erklärt Rosenberger. Er spielt damit auf eine Bebauungsplanänderung aus dem Frühjahr 2012 an, die eine Standorterweiterung Richtung Stadion möglich machte. 3400 Quadratmeter wurden dann 2013 angebaut.

Doch Rosenberger macht sich keine Illusionen: „Wir haben keinen direkten Einfluss, versuchen aber, das Unternehmen so gut wie möglich zu unterstützen.“ Im Vordergrund müsse stehen, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Sollte es zum Stellenabbau kommen sei die Stadt „eng verzahnt mit der Agentur für Arbeit“, um gegebenenfalls die Mitarbeiter bei einem Stellenwechsel zu unterstützen.

Derweil äußert sich auch Stadträtin und SPD-Ortsvereinsvorsitzende Viviana Weschenmoser zur Situation bei Bosch Rexroth. In einer Stellungnahme heißt es: „Eine weitere Demonstration der Management-Pokerrunde im Horber Firmenmilieu findet gerade statt. Plan- oder Regelinsolvenz, 200 oder gar 250 Arbeitsplätze. Es ist für die Betroffenen unzumutbar, derart im Ungewissen gelassen zu werden. Es geht um die Existenzen eines großen Anteils der Horber Arbeitnehmer, hier darf kein Platz für Spekulation und Vermutungen sein.“ Die Horber Sozialdemokraten fordern daher das Bosch-Rexroth-Management dazu auf, Stellung zu beziehen und „den Arbeitnehmern unverzüglich Gewissheit über ihre berufliche Zukunft zu verschaffen.“

Geht das Warten bis in den Herbst?
Heute gibt es Gespräche zwischen Politik und Werksleitung. Bild: bbm

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16.07.2015, 12:00 Uhr

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