Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Vor 100 Jahren wurde die Unibibliothek eröffnet

Geistige Nahrung

Damen mit großen Hüten, Herren im Gehrock und die Studenten im vollen Wichs: Vor 100 Jahren wurde die vom Architekten Paul Bonatz entworfene Universitätsbibliothek eröffnet. In einem Video wird die Geschichte nachgezeichnet.

24.10.2012
  • Manfred Hantke

Vor 100 Jahren wurde die Tübinger Universitätsbibliothek eröffnet

Vor 100 Jahren wurde die Tübinger Universitätsbibliothek eröffnet --

05:26 min

Tübingen. Es war damals ein unbefriedigender Zustand, sagt der Leiter des Universitätsarchivs Michael Wischnath im Videointerview. Die Bibliothek war seit 1816 im Schloss untergebracht, zunächst nur im Rittersaal, später kamen immer mehr Bücher in immer mehr Räume. Bald war das Schloss voll. Lehrende und Lernende mussten sich stets den Weg hinaufquälen, um Bücher auszuleihen. „Kaum zumutbar“, so die damalige Einschätzung. 1910 wurde dann der Entwurf von Paul Bonatz verwirklicht.

Zwei Jahre dauerten die Bauarbeiten, am 21. Oktober 1912 war die Eröffnung in der Wilhelmstraße. König Wilhelm II. war da, auch der Kultusminister Karl von Fleischhauer, selbstverständlich das Lehrpersonal und Vertreter der studentischen Verbindungen.

Die im neoklassizistischen Stil mit barocken und Jugendstilelementen erbaute Uni-Bibliothek wurde als „zentrales Hilfsinstitut“ gefeiert, das nicht nur für einen Zweig, sondern für die Gesamtheit der Wissenschaften da sein sollte. Eine damals moderne Schlussfolgerung, die erstmals im Bonatzbau umgesetzt wurde.

Geistige Nahrung
Ein Foto aus dem Video: Die feierliche Eröffnung des Bonatzbaus 1912. Bild: Universitätsarchiv

So fanden die Studierenden aller Fächer ihre „geistige Nahrung“ in der Wilhelmstraße. Sie wurde „eine Stätte ernster, geistiger Arbeit“. Die Zahl der studentischen Nutzer sei denn auch nach der Eröffnung „rasant angestiegen“, so Wischnath.

Heute aber müssen Lernende und Forschende nicht unbedingt in eine Bibliothek. Durch die Digitalisierung sind eine ganze Menge Bücher und auch Archivmaterialien bereits im Internet verfügbar. Noch vor zehn Jahren sei er überzeugt gewesen, dass der Bildschirm die wissenschaftliche Bibliothek nie ablösen werde, so Wischnath am Schluss des Beitrags. Heute ist der Archivleiter skeptischer. Aber es sei ein Irrtum, zu meinen, man komme ohne gedruckte Bücher aus.

Info: Das Projekt „Zeitzeugnisse“ kooperiert auch mit den Medienwissenschaftlern der Universität Tübingen. Im vergangenen Semester haben die beiden Studierenden Frauke Schoon und Katja Maier in einem Seminar das Thema Universitätsbibliothek in bewegte Bilder umgesetzt.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

24.10.2012, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball