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Nichtiger Anlass

Geldstrafe nach Randale in der Kaiserhalle

Weil er in der Kaiserhalle randalierte, hat das Reutlinger Amtsgericht einen 31-Jährigen zu einer Geldstrafe verurteilt.

27.08.2012
  • mre

Reutlingen. Die Tat spielte sich in wenigen Minuten ab. Am 24. Oktober 2010 gegen 1.30 Uhr hielt sich der heute 31-jährige Angeklagte in der Kaiserhalle auf. Er wollte nach einem Auslandsaufenthalt seinen Freunden noch eine Runde zahlen. Laut Anklage rempelte er beim Bestellen eine Frau an. Sie rutschte vom Barhocker und stellte ihn zur Rede. Darauf würgte und beschimpfte er sie. Ein Gast ging dazwischen, der Angeklagte versetzte ihm einen Kopfstoß, der einen Bluterguss hinterließ. Ein weiterer Gast wollte schlichten, der Angeklagte schlug ihn mit der Faust ins Gesicht, was eine Prellung verursachte. Als ihm die Polizei Handschellen anlegen wollte, beschimpfte er die Beamten, besonders heftig eine Oberkommissarin.

Jetzt musste er sich wegen Körperverletzung und Beleidigung vor dem Reutlinger Amtsgericht verantworten. Nach umfangreichen Vorgesprächen legte das Gericht einen Strafrahmen zwischen 105 und 125 Tagessätzen fest, wenn der Angeklagte ein Geständnis ablege.

Der Kfz-Mechatroniker lebt mittlerweile mit Freundin und Tochter zusammen. 2007 war er als Türsteher wegen Körperverletzung zu 90 Tagessätzen verurteilt worden. Von dieser Szene habe er sich mittlerweile distanziert, erklärte er glaubhaft.

Der Angeklagte legte ein umfassendes Geständnis ab, weshalb die sieben geladenen Zeugen nicht aussagen mussten. „Mir hat es die Sicherungen gezogen. Es ging ziemlich drunter und drüber. Es tut mir sehr leid“, sagte der 31-Jährige. Bei den Polizisten hatte er sich wenige Tage nach dem Geschehen schriftlich entschuldigt, bei den anwesenden Geschädigten tat er das im Gerichtssaal.

Er selbst trug bei der Schlägerei eine Platzwunde davon, die genäht werden musste. Staatsanwalt Michael Allmendinger führte eine Reihe von strafmildernden Aspekten aus. Er sehe den Angeklagten auf gutem Weg in eine bürgerliche Existenz. „Strafe muss sein“ – Allmendinger plädierte auf 105 Tagessätze à 50 Euro. „Es war ein nichtiger Anlass für eine heftige Eruption.“ Verteidiger Gerd Jäger schloss sich an.

Richter Dominik Skauradszun verhängte die beantragte Strafe. „Nach Aktenlage hätte ich eher auf eine Freiheitsstrafe von sechs bis acht Monaten geurteilt. Aber ich habe heute einen überraschend positiven Eindruck von Ihnen gewonnen.“ Der Richter verwies auf die gefestigte berufliche und soziale Situation des 31-Jährigen.

Info: Richter am Amtsgericht: Dominik Skauradszun; Staatsanwalt: Michael Allmendinger; Verteidiger: Gerd Jäger, Thorsten Zebisch.

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27.08.2012, 12:00 Uhr

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