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Das politische Buch

Gelegenheit macht Gewalttäter

Gewalt ist ein die ganze menschliche Existenz begleitendes Phänomen. Wo immer sie auftritt - im privaten Umfeld, im öffentlichen Raum, auf dem Schlachtfeld -, ist sie einschüchternd, schockierend, zerstörerisch.

23.11.2015

Von GHA

Das von den Schweizer Soziologen Axel T. Paul und Benjamin Schwalb herausgegebene Buch nimmt besonders kollektive Gewalt in den Blick und versucht zu erklären, weshalb Menschen, die je für sich nicht zu Aggressivität oder gar Gewalt neigen, in der Masse, also gemeinschaftlich, Gewalt gegen andere ausüben.

Behandelt werden in dieser Untersuchung von Historikern, Ethnologen, Psychologen und Philosophen vielfältige Formen von Tumulten, Protesten und Lynchmobs, dazu militärische Aktionen von Milizen und Untergrundorganisationen sowie Genozide. "Gewaltmassen" sind von unterschiedlicher Größe und Struktur, oft gehen sie nicht nach festen Plänen vor, sondern schließen sich bei unvorhergesehenen Ereignissen zusammen - Gelegenheit macht Gewalttäter, wie zum Beispiel die Brandstifter im Umfeld von Flüchtlingsheimen.

Die traurige Erkenntnis: "Ist Gewalt erst einmal in der Welt, tendiert sie zur Selbstverstärkung und Verfestigung, sowohl in der Situation als auch situationsübergreifend." Wobei das zentrale Kriterium nicht in der Zahl der (Mit-)Täter liegt, sondern in der übereinstimmenden Absicht, Gewalt auszuüben und zu dulden. Dagegen helfen nur staatliche Repression und der Aufstand der Anständigen.

Axel T. Paul/Benjamin Schwalb (Hg.), Gewaltmassen. Über Eigendynamik und Selbstorganisation kollektiver Gewalt. Hamburger Edition, 2015. 416 Seiten. 35,00 Euro.

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Erstellt:
23. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
23. November 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. November 2015, 12:00 Uhr

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