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Reichlich Fotos von oben

Gemeinde kauft jetzt doch digitale Luftbilder

Nicht zur Gebührenberechnung, aber für die Bewertung von Gemeindeeigentum lässt die Gemeinde Walddorfhäslach ihre Gemarkungflächendeckend aus der Vogelperspektive ablichten.

26.09.2010
  • Stephan Gokeler

Walddorfhäslach. Noch Ende Juli hatte sich der Gemeinderat – entgegen dem Wunsch der Verwaltung – gegen den Erwerb von Luftbildern sämtlicher Grundstücken in der Gemeinde zur Ermittlung künftiger Abwassergebühren entschieden und stattdessen auf die Selbstauskunft der Bürger und die Daten des Liegenschaftskatasters gesetzt. Am Donnerstag beschloss das Gremium dennoch, das Angebot des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) anzunehmen, und für 1500 Euro flächendeckende Bildflugdaten mit einer Auflösung von zehn Zentimetern anzukaufen.

Bürgermeisterin Silke Höflinger versicherte, dass diese Fotos nicht zur Berechnung von Gebühren verwendet werden sollten – zumindest noch nicht. Vielmehr wolle man den Datenbestand, der zu so günstigen Konditionen wohl nie wieder zu beschaffen sei, für die Bewertung des gemeindeeigenen Sachvermögens heranziehen.

Luftbild-Erhebungen durch die Hintertür?

Hintergrund ist das neue kommunale Haushaltsrecht, das in den kommenden Jahren alle Gemeinden zwingt, zur Einführung eine Eröffnungsbilanz zu erstellen. Dass die Luftbilder später durchaus auch zu anderen Zwecken genutzt werden könnten, verschwieg Höflinger nicht: „Wenn der Rücklauf der Selbstauskünfte bei der Einführung der gesplitteten Abwassergebühren schlecht ist, überlegen Sie es sich es vielleicht noch mal“, schwante der Bürgermeisterin.

Darin sah Hans Rinker (FWV) allerdings gerade das Problem: „Hier wird ein Beschluss, den wir vor einigen Wochen gefasst haben, durch die Hintertür ausgehebelt“, kritisierte er. Hans Georg Gaiser und Jürgen Stoll (beide SPD) hingegen bezeichneten ihre damalige Ablehnung der Bildflugdaten als nicht grundsätzlicher Natur.

Letztlich stimmte neben Rinker nur noch Olfert Alter (FWV) gegen den Kauf. Bürgermeisterin Höflinger versprach, die Bürger würden vor der „Befliegung“ im kommenden Frühjahr ausführlich über die Hintergründe informiert.

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26.09.2010, 12:00 Uhr

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