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Ersatz für das Krankenhäusle

Gemeindepsychiatrisches Zentrum hat neues Domizil bezogen

Das Gemeindepsychiatrische Zentrum ist umgezogen – vom denkmalgeschützten Krankenhäusle auf dem Bruderhausgelände in die Gustav-Werner-Straße 25. Dadurch hat sich die Einrichtung nicht nur räumlich verbessert.

12.02.2010
  • uschi kurz

Reutlingen. Dass das Gemeindepsychiatrische Zentrum (GPZ) dem ehemaligen Krankenhäusle den Rücken gekehrt hat, hat verschiedene Gründe. Einer ist ganz pragmatischer Natur, wie Andrea Krainhöfer, die Sprecherin des Zentrums gestern beim Tag der Offenen Tür erläuterte. Bei der Klientel des GPZ handelt es sich um psychisch kranke Menschen, die oft lärmempfindlich sind: Die Nähe zur Stadthallen-Baustelle wäre deshalb auf Dauer untragbar gewesen.

Ein weiterer wichtiger Grund ist die Tatsache, dass das GPZ, das vor 14 Jahren aus einem Modellprojekt hervorging (es war das erste Gemeindepsychiatrische Zentrum Baden-Württembergs), kräftig gewachsen ist, so dass bereits einige Bausteine aus dem Krankenhäusle ausgelagert werden mussten. Jetzt ist im Hamburg Mannheimer Gebäude auf zwei Stockwerken wieder alles unter einem Dach. Die Nähe der einzelnen Hilfsangebote zueinander setzt Synergien frei, die für alle Beteiligten – Mitarbeiter wie Betroffene – hocherfreulich sind.Im vierten Stock beispielsweise ist der sozialpsychiatrische Dienst eingezogen. Er ist für viele psychisch Kranke ein erster Kontakt zu den Hilfseinrichtungen, der, so Krainhöfer, oft über Angehörige, Freunde oder Arbeitskollegen zustande kommt: „Die Betroffenen finden den Weg hierher oft erst indirekt.“

„Die Verzahnung ist das Allerwichtigste“, sagt auch Christoph Rau von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (PPrt), der die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) betreut. Die Nähe zu den anderen Hilfsangeboten und zum Kontaktcafé schaffe eine große Zufriedenheit. „Die Stadt wollte das Angebot im Zentrum halten“, freut sich auch Verwaltungsbürgermeister Robert Hahn, dass es gelungen ist, in unmittelbarer Nähe des symbolkräftigen Krankenhäusles einen Ersatz zu schaffen. „Der Übergang ist gut gelungen“, findet auch Barbara Wolf vom Verein zur Förderung einer Sozialen Psychiatrie, die das Kontakcafé betreibt, das für die psychisch Kranken nicht nur ein willkommener niederschwelliger Treffpunkt ist, sondern auch Möglichkeiten bietet dort mitzuarbeiten. Dagmar Born vom Verein für Sozialpsychiatrie und Rehabilitation gehört zu jenen Mitarbeiter/innen die ausgelagert worden waren, weil das Krankenhäusle aus allen Nähten platzte. Jetzt kann der Integrationsfachdienst, der Schwerbehinderte (auch psychisch Kranke) und ihre Arbeitnehmer berät, im Zusammenspiel mit den Anderen seine Arbeit effektiver gestalten.

Alle Dienste unter einem Dach

Im neuen Domizil in der Gustav-Werner-Straße 25 sind neben dem Kontaktcafe, der Psychiatrischen Institutsambulanz und dem Sozialpsychiatrischen Dienst, auch Angebote zur Tagesgestaltung sowie die Leitung und Verwaltung betreuter Wohnangebote der Bruderhaus-Diakonie untergebracht.

Gemeindepsychiatrisches Zentrum hat neues Domizil bezogen
In den großzügigen Räumlichkeiten des Gemeindepsychiatrischen Zentrums gibt es neue Angebote zur Tagesgestaltung: Gestern zeigte Andrea Krainhöfer von der Bruderhaus-Diakonie den Besuchern die Wollwerkstatt. Bild: Haas

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12.02.2010, 12:00 Uhr

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