Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Geld für Hallenumbau fehlt

Gemeinderat beschloss nach Diskussion Antrag auf Fördermittel vom Bund

Durch ein einmalig aufgelegtes Zukunftsprogramm des Bundes könnte die Sanierung der Eutinger Halle gefördert werden. Der Gemeinderat sprach sich mehrheitlich dafür aus, einen Antrag auf Fördermittel einzureichen. Wie die Eigenmittel aufgebracht werden sollen, ist derzeit aber unklar.

12.11.2015
  • Dunja Bernhard

Eutingen. Bis Sonntag ging die Verwaltung davon aus, den Erlös aus den Grundstücksverkäufen für den geplanten Terminal für Kombinierten Verkehr (KVT) für die Sanierung der Eutinger Turn- und Festhalle einsetzen zu können. Dieser Plan ist mit dem Bürgerentscheid geplatzt. Bürgermeister Armin Jöchle setzt jetzt auf die Eutinger Unternehmer, die angekündigt hatten, an Gesprächen über den Erwerb und die Nutzung der Flächen interessiert zu sein. Konkrete Vorschläge legten sie noch nicht vor. Ein Gespräch zwischen der Verwaltung und den Unternehmern ist für den 9. Dezember terminiert.

Der Antrag auf Fördermittel aus dem Zukunftsprogramm der Bundesregierung muss jedoch bis Freitag eingereicht sein. „Das Programm ist einmalig und wird nicht wieder aufgelegt“, sagte Jöchle. Insgesamt 100 Millionen Euro sollen zur Förderung für Sportstätten und Jugend- und Kultureinrichtungen zur Verfügung gestellt werden. Das Programm ist vorrangig für Städte und Gemeinden mit Haushaltsnotlage ausgeschrieben. Der Fördersatz beträgt grundsätzlich 45 Prozent. Die abzurufende Summe sollte zwischen einer und vier Millionen Euro betragen. Voraussetzung für die Förderung ist, dass das Projekt bis Ende 2018 abgeschlossen und abgerechnet ist. Außerdem muss der Gemeinderat durch einen Beschluss garantieren, dass die Maßnahme bei Erhalt der Zuwendung umgesetzt wird.

Eutinger Halle droht Schließung

Die Eutinger Halle ist dringend sanierungsbedürftig. Die marode Lüftungsanlage darf nicht mehr betrieben werden. Einige Steckdosen mussten still gelegt werden, weil sie nicht mehr zulässig sind. Es bestehe die Gefahr, dass der TÜV die Halle in den nächsten Jahren schließe, sagte Jöchle. Die Gemeinde habe gute Argumente für die Förderung, sagte der Bürgermeister. Die Halle werde für Vereinssport und Veranstaltungen genutzt, Jung und Alt profitierten von ihr. Nach der Sanierung seien Energieeinsparungen von 40 Prozent möglich. Die Halle liege mitten im Ort. Das Schwimmbad im Untergeschoss habe überörtlichen Charakter.

Die „große Sanierungs- und Umbauvariante“ sieht barrierefreie Zugänge zu beiden Geschossen durch den Einbau eines Aufzugs vor. Die Nebenräume sollen vergrößert und das Foyer ausgebaut werden. Nach Süden hin soll die Halle eine Glasfassade erhalten. Die Toiletten werden ins Untergeschoss verlegt.

Die Kosten für den Umbau der Turn- und Festhalle Eutingen belaufen sich nach Pläne des Büros Hauserpartner auf rund 4,2 Millionen Euro. Zuschüsse in Höhe von 1,9 Millionen Euro könnten aus dem Zukunftsprogramm kommen, weitere seien aus dem Ausgleichsstock des Landes zu erwarten. Die Gemeinde müsste 1,6 bis zwei Millionen Euro aufbringen, sagte Jöchle. Aus den laufenden Einnahmen sei das jedoch nicht möglich.

Trotz der unsicheren Finanzierung sprach sich Jöchle dafür aus, das Projekt anzumelden. Es sei nicht die Mentalität der Verwaltung, Dinge liegen zu lassen: „Dann wäre mal ein dicker Brocken weg.“

Allerdings wäre die Finanzierung der Halle nur möglich, wenn die Gemeinde doch noch Einnahmen aus den Gewerbegrundstücken am Hummelberg erlösen kann. Sollte sich im Dezember keine finanzielle Lösung durch die Eutinger Unternehmer anzeichnen, soll der Antrag auf Fördermittel wieder zurückgezogen werden, so der Vorschlag des Bürgermeisters.

Es sei sehr unwahrscheinlich, in das Förderprogramm zu kommen, rechnete Sebastian Lazar vor. In den Genuss kämen nur rund 50 Projekte bundesweit. Er sehe da keine Perspektive: „Man sollte kein falsches Signal an die Bevölkerung senden.“ Er wollte die Antragstellung auch nicht von den Zusagen der Unternehmer abhängig machen.

Hubert Lachenmaier möchte die zwei Millionen Euro, die die Gemeinde für die Halle aufbringen müsste, auf keinen Fall durch weitere Schulden finanzieren. Der Geldsegen sei ihnen am Sonntag verwehrt worden. „Ich erwarte ein Angebot der Gewerbetreibenden am Hummelberg bis Samstag“, sagte er am Montag im Bezirksbeirat und forderte, dass die Öffentlichkeit über den Fortgang des Projekts informiert werde.

Im Gemeinderat am Dienstag positionierte sich der Weitinger Ortsvorsteher Roland Raible deutlich: „Ich halte den Hallenumbau für nicht machbar.“ In Weitingen und Göttelfingen seien die Hallen durch den Verkauf von Baugrundstücken im Ort finanziert worden.

Tobias Plaz fragte sich, wie nun zu reagieren sei, nachdem die Bevölkerung mit dem Bürgerentscheid die Geldeinnahme abgelehnt habe. Einerseits müsste das Konsequenzen haben, andererseits hänge die Schließung der Halle wie ein Damoklesschwert über der Gemeinde.

Die Gemeinderäte sollten jetzt nicht beleidigt reagieren, forderte Hermann Nesch. „So günstig wie jetzt bekommen wir die Halle nie mehr saniert.“

Mit zehn Ja-Stimmen und vier Nein-Stimmen bei einer Enthaltung sprachen sich das Gremium dafür aus, den Antrag auf Fördermittel beim Bund einzureichen.

Gemeinderat beschloss nach Diskussion Antrag auf Fördermittel vom Bund
Um an Fördermittel des einmalig aufgelegten Zukunftsprogrammes für die Eutinger zu kommen, muss die Gemeinde bis Freitag einen Antrag einreichen – sonst dürfte dieser Weg versperrt sein. Bild: dun

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

12.11.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball