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Hund, wohin mit deinem Haufen?

Gemeinderat diskutiert über Verunreinigungen durch Haustiere

Vierbeinerfreude und ihre miefende Schattenseite: Das Thema Hundehaufen kam bei der jüngsten Sitzung des Horber Gemeinderats erneut auf den Tisch. Gemeinderätin Elisabeth Schneiderhahn (OGL) machte dabei Werbung für das „Bildechinger Modell“.

19.12.2014
  • Benjamin Breitmaier

Horb. In größeren Städten gehören sie zur Grundausstattung jeder Grünfläche: Tütenspender für Hundekot und naheliegende Mülleimer, um diesen loszuwerden. In Horb sieht man das System „Tüte ziehen, Dreck rein, wegwerfen“ immer noch skeptisch. Zu teuer, Bauhof hat keine Zeit zum Leeren, und wenn die Häufchen im Sommer vor sich hingähren, kommt auch noch der Mief dazu – die Kette der Gegenargumente ist lang.

Gemeinderat diskutiert über Verunreinigungen durch Haustiere

Doch das Problem in Horb wird nicht besser. Wieder ein Aufruf im Amtsblatt: Hundehalter, macht euern Dreck weg. Elisabeth Schneiderhahn sprach sich daher in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats für das sogenannte „Bildechinger Modell“ aus. „Zur Zeit gibt es einen Tütenspender am Gelände des Grünprojekts in der Kernstadt, einen Mülleimer dazu gibt es nicht“, erklärte Schneiderhahn. Dass es für Hundebesitzer wenig attraktiv ist, die Hinterlassenschaft ihres Tieres über Kilometer mit sich zu führen, liegt nahe. „Das Modell Bildechingen ist ideal, es wäre toll wenn man das übernehmen könnte“, erklärte Schneiderhahn.

Also wie geht der Teilort mit dem Problem um? Ortsvorsteher Peter Zimmermann gab darüber Aufschluss. In Bildechingen stehen fünf Tütenspender inklusive Mülleimer, die regelmäßig genutzt werden. Einziges Manko: Das Leeren der Mülleimer wird ehrenamtlich erledigt. Dennoch steht Zimmermann hinter dem Modell: „Das kommt bei uns sehr gut an. Es ist mir lieber, dass es ein bisschen stinkt, als das die Kinder auf dem Trottoir in die Haufen treten.“ Ähnliche Projekte gibt es in Dettingen, Betra und Ahldorf. Bereits 2010 wurden in Dettingen zwei Anlagen zu Hundekot-Entsorgung aufgestellt.

Der neue Gemeinderat Michael Keßler schilderte die Situation in Ahldorf: „Wir haben hier auch zwei Stationen. Die liegen verkehrsmäßig so günstig, dass der Bauhof die Entsorgung übernimmt.“ Kessler fügt hinzu: „In Ahldorf werden wir überrannt von Hundetouristen.“ Hier lohnt auch der Blick auf den Nachbarn: In Sulz spendiert die Verwaltung jedem Ortsteil eine Entsorgungsstation. Weitere finanzieren die Orte selbst. In der Kernstadt sind vier Stationen aufgestellt.

Also warum nicht auch in Horb? Joachim Patig, Fachbereichsleiter für zentrale Steuerung, führt Kostengründe ins Feld. Bei 17 Ortschaften würde schnell eine ganze Stelle fällig, die sich um die Entsorgung kümmern müsste.

Bernhard Asprion von den Technischen Betrieben fügte hinzu: „Es ist bekannt, dass der Bauhof der Arbeit nicht mehr nachkommt. Da ist die Frage, wer soll’s dann entsorgen? Wir arbeiten seit Jahren am Limit. Im Sommer bei den heißen Temperaturen ist das eine Schweinerei.“

Patig wies auch den Vorschlag zurück, die Hundesteuer zu erhöhen. Das käme einer Absolution gleich, argumentierte der Fachbereichsleiter, bei der die Hundehalter eher mehr als weniger Dreck hinterließen. Außerdem sei die Hundesteuer keine Aufwandssteuer, sondern eine „Vergrämungssteuer“. Soll heißen, dass sie von der Hundehaltung eher abhalten soll. Nur 100.000 Euro würde die Stadt jährlich damit einnehmen.

Bürgermeister Jan Zeitler ergänzte: „Wenn wir uns entschließen sowas zu machen, hätten alle Ortsteile ein Recht darauf.“

Das Problem Hundekot in der Kernstadt stinkt also weiter. Abschließend nahm sich das Gremium vor, das Thema im nächsten Jahr ein weiteres Mal aufzugreifen. Konkrete Ansätze zur Lösung des Problems wurden nicht besprochen.

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19.12.2014, 12:00 Uhr

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