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Altingen darf weiter hoffen

Gemeinderat hält Optionen auf Werkrealschule mit Grundschule offen

Am Montag gab es eine offene Debatte um die Zukunft der Ammerbucher Schulen. Alle Rektoren und das Schulamt tauschten sich vor großem Publikum mit dem Gemeinderat aus.

29.09.2010
  • Mario Beisswenger

Ammerbuch. „In ganz Ammerbuch gibt es heute Abend wahrscheinlich keinen Babysitter mehr.“ Das war aus dem Kreis der etwa 150 Zuhörenden, meist junge Eltern, zu hören, die sich Montagabend die Gemeinderats-Debatte über Altingens Schulzukunft anhörten. Es ging in der Hauptsache um die Zukunft der Schulen von Altingen und Reusten, aber auch um die von Entringen und Breitenholz und die der Mehrzweckhalle (siehe „Erstmal wird gesucht“).

Eingeladen waren neben Vertretern des Schulamtes auch alle Ammerbucher Rektoren und Schulverantwortlichen. Ulrich Scheufele, den Leiter der Werkrealschule, fragte der CDU-Gemeinderat Konrad Storz, wie er denn das Problem lösen wolle, dass Reusten zwar Schulraum habe, aber zu wenig Schüler und in Altingen neue Klassenzimmer gebaut werden müssten. Scheufele hatte Abhilfe: „Wir müssten Schulraum verlieren.“ Denn nur wenn keine Ausweichräume bereitstünden, bekäme Altingen Landeszuschüsse für den Ausbau. Das sei durchaus denkbar, meinte Storz‘ Fraktionskollege Felix Wallochny: „Da muss man halt Fantasie haben. Warum soll man in einer Schule nicht auch andere Funktionen unterbringen.“

Weniger als optimale Lösung

Weil in Reusten im kommenden Schuljahr nur eine Klasse für die Stufen eins bis vier eingerichtet werden kann, kam die Idee auf, die Grundschulkinder nach Poltringen oder Altingen zu schicken. Dann wäre Platz für den sanierungsbedürftigen Kindergarten von Reusten. Die auch auf dem Wolfsberg residierende Förderschule – die hatte dieses Jahr mehr Anmeldungen als Plätze – könnte sich solch einen Nachbarn gut vorstellen.

Wie viel Geld so eine Rochade kosten würde, konnte Bürgermeister Friedrich von Ow nicht sagen. Wenn auch GAL-Rätin Elisabeth Schmengler beharrlich nachfragte, ob es nicht wenigstens Schätzungen gäbe. Die Alternative, eine Grundschule mit dem Altinger Konzept in Reusten zu führen, „das schaffen wir im Alltag nicht“, sagte Scheufele. Eine Haltung, für die er bei Schulamts-Chef Roland Hocker Zustimmung fand: „Für jede Außenstelle gilt: Das ist weniger als die optimale Lösung.“

Prinzipiell seien solche Außenstellen möglich. Man könne für Altingen auch eine einzügige Grundschule verfügen. Vieles sei denkbar. Er betonte aber, dass die Altinger Schule bisher „auf Bundesliganiveau spielt. Wenn sie das Niveau halten wollen, dürfen sie nicht Kreisliga einkaufen.“ Sprich: nicht Kompromisse eingehen, die der Schule schaden.

Brigitte Pallesche, Rektorin in Reusten, warb dagegen für einen Kompromiss, der die Grundschüler zwischen Altingen und Reusten aufteilt. Für Scheufele blieb eine ausgebeinte Grundschule aber „eine Rumpfschule“. Wenn, dann solle die ganze Grundschule nach Reusten. „Sie können selbstverständlich die Grundschule herausnehmen“, sagte er. „Dann geht uns aber etwas verloren.“ Das alles seien Störungen der Konzeption, die zum jetzigen Zeitpunkt mit der Integration von Kindergarten am Ort und der Grundschule sehr gut laufen würde.

Herbert Gräb, Ortsvorsteher von Reusten, fasste schließlich knapp zusammen: „Wir sind eine Gemeinde. Eine Schule ist zu klein, eine Schule ist zu groß.“ Bei knappen öffentlichen Mitteln sei da doch die Schlussfolgerung klar. Im Prinzip hat der Gemeinderat dann auch mehrheitlich nach dieser Vorgabe entschieden.

Alle Schüler an einem Ort

Altingen bekommt – über die für kommendes Jahr bestellten zwei weiteren Container hinaus – zunächst keinen zusätzlichen Schulraum. Die Schule muss vorhandene Klassenzimmer nutzen – egal, ob die in Reusten oder in Entringen sind. Schulamtsleiter Scheufele war nach der Debatte jedoch guter Dinge. Den knappen Schulraum in Altingen will er bestmöglich nutzen, um Grund- und Werkrealschüler am gleichen Ort zu halten.

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29.09.2010, 12:00 Uhr

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