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Nur eine Ja-Stimme

Gemeinderat schmettert Werbeturm ab

Bürgermeister Albert Schindler nahm‘s mit Humor. Er musste einfach mit Ja stimmen, da in dem Beschlussvorschlag der Verwaltung stand, dass sich die Gemeinde einen gut 30 Meter hohen Werbeturm im Schatten der Autobahn vorstellen könne. Sein Gremium sah‘s anders. Oft werden Entscheidungen einstimmig, aber positiv gefällt.

19.11.2015

Hier jedoch hagelte es nur Kontra.

Zur Vorgeschichte: Die Spedition Schuon, die das frühere Schlecker-Areal im Gewerbegebiet „Autobahnkreuz? gekauft hatte, richtete ans Bürgermeisteramt ein Anschreiben. Das Hamburger Unternehmen B.A.B Maxiposter Werbetürme aus Hamburg wollte eine kleine Fläche von Schuon mieten, um darauf diesen Werbeturm zu bauen. Oben drauf kämen drei Werbeflächen , die 14 Meter breit und 16 Meter hoch sind und gegen Bezahlung an Firmen vermietet werden sollen.

Darunter sind sich zwei zehn mal drei Meter hohe Werbeflächen angebracht, die ebenfalls von beiden Fahrtrichtungen der Autobahn aus eingesehen werden können. Für die Gemeinde und die örtlichen Vereine böte der Turm den Vorteil, dass sie bei „besonderen Anlässen? diese kleineren Rechtecke kostenlos nutzen könnten. Darüber hinaus stünde die rückwärtige Fläche Richtung Gewerbegebiet „Autobahnkreuz? der Spedition und der Gemeinde ebenfalls zur Verfügung.

Weiter hieß es in dem Schreiben: „Er (der Turm) verursacht keinen Lärm oder sonstige Störungen, im Gegenteil, er wäre eine Bereicherung für Empfingen und die Werbemöglichkeiten für Empfingen.?

Hauptamtchef Theo Walz, der diese Voranfrage vorstellte, verwies darauf, dass Baden-Württemberg und Bayern Richtlinien zum Bau eines derartigen Turms „restriktiv auslegen?. Auch das Regierungspräsidium sah auf Nachfrage der Verwaltung einen derartigen Werbeturm als „kritisch? an.

Achim Walter fragte zunächst, ob die Flächen nachts beleuchtet seien, was Walz bejahte. Andreas Seifer konnte dem Turm „nicht viel Positives? abgewinnen. Die Nachteile würden überwiegen, außerdem bezweifelte er den Vorteil für die Gemeinde und Vereine. Niemand werde wohl mit einer Leiter hochsteigen und dort ein Plakat aufhängen. Walz erläuterte jedoch, dass die Werbung digital platziert wird.

Rudi Walter war überzeugt, dass nur große Firmen wie Ikea Interesse hätten, hier eine Werbefläche anzumieten. Nicht aber örtliche wie die Ölmühle Brändle. „Aber vielleicht die Firma Gfrörer?, meinte Walter knitz in Anspielung auf seinen Nebensitzer Uwe Gfrörer. Walter: „Der Turm ist ein nutzloser Klotz und verursacht nachts Lichtverschmutzung.?

Uwe Gfrörer stieß ins selbe Horn: „Der Werbeturm ist eine Verschandelung des Gewerbegebiets. So etwas hat Empfingen nicht nötig.? Achim Walter wollte hier kein „Klein-Las Vegas?. Einer derartig massiven Werbung könne man sich nicht entziehen, man werde gezwungen, sie anzusehen. Außerdem würde die Gemeinde hier bei einem Ja einen Präzedenzfall schaffen. Der Nutzen für die Gemeinde sei „höchst überschaubar?. Michael Gfrörer schloss sich den Vorrednern an.

Nachdem Bürgermeister Schindler diese Äußerungen gehört hatte, wusste er, dass keine weitere Diskussion mehr nötig war. „Ich glaube, wir können gleich abstimmen.? Andreas Seifer wollte jedoch noch wissen, warum die Verwaltung den Turm im Beschlussvorschlag positiv bewertet habe. Lakonisch meinte Schindler nur: „Wir brauchens, oder auch nicht.? Nach dem eindeutigen Votum merkte Schindler noch an, dass die Sache damit wohl erledigt sei und kein Bauantrag mehr gestellt werden wird.Reinhard Seidel

So einen Werbeturm an der Autobahn möchte der Empfinger Gemeinderat nicht.Privatmontage

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Erstellt:
19. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
19. November 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. November 2015, 12:00 Uhr

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