Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Schulzentrum bekommt Neubau, aber kleineres Budget

Gemeindeverwaltungsverband Steinlach-Wiesaz verabschiedete Haushalt

Viel Geld für einen Neubau, weniger für den laufenden Betrieb: Das Budget, über das die Schulen auf dem Höhnisch selbständig verfügen können, fällt wegen der Finanzkrise um zwölf Prozent geringer aus – beim Karl-von-Frisch-Gymnasium macht das 9900 Euro, bei der Maria-Sibylla-Merian-Realschule 4770 Euro.

05.02.2010
  • Gabi Schweizer

Dußlingen. Es war eine kurze Sitzung: Nach zwölf Minuten hatte Werner Landenberger, Bürgermeister von Nehren und derzeit Vorsitzender des Gemeindeverwaltungsverbands Steinlach-Wiesaz, alle Punkte abgehakt. Dabei waren beileibe nicht alle Posten im einstimmig verabschiedeten Haushalt angenehm für die Betroffenen.

Gespart wird vor allem bei den Lehr- und Lernmitteln – das haben die Dußlinger, Gomaringer und Nehrener aber im Vorfeld mit den Rektoren der beiden Höhnisch-Schulen abgesprochen. Andererseits erhält das Gymnasium, was es sich am dringendsten wünschte: einen Neubau mit acht Klassenzimmern, der für die Ganztagsbetreuung umgewidmet wird, sollten die Schülerzahlen zurückgehen.

Fast drei Millionen wird dieser kosten – ein „ungeheurer Kraftakt“ bei der derzeitigen Finanzlage, wie Gomaringens Bürgermeister Manfred Schmiderer betonte. Er mahnte die Schulleitungen und den Verwaltungsverband, darauf zu achten, dass die Kosten wenigstens diesen Rahmen nicht sprengen.

Sechs Millionen Euro umfasst der Haushalt des Gemeindeverwaltungsverbands. Davon entfallen 3,2 Millionen auf den Verwaltungs- und 2,8 Millionen auf den Vermögenshaushalt. 915 000 Euro nimmt der Verband an Krediten auf. Davon fließen 595 000 in die Schulerweiterung fürs Gymnasium. Insgesamt muss der Schulträger, also der Verwaltungsverband, 779 000 Euro über Kredite selbst aufbringen, knapp 1,4 Millionen sind als Schulbaufördermittel beantragt, 850 000 Euro aus dem Ausgleichsstock.

Zum Herbst 2011 soll das Gebäude bezugsfertig sein, entsprechend sind die Kosten auch über drei Jahre verteilt, wovon der größte Batzen (60 Prozent) 2010 anfällt. Anderthalb Schuljahre lang ist der Platz am Karl-von-Frisch-Gymnasium also noch knapp, übergangsweise soll die Realschule dem Nachbarn aushelfen, indem sie ihm Räume zur Verfügung stellt.

Die zweite große Investition betrifft ebenfalls das Gymnasium, nun aber den ältesten Teil: Dessen Dach wird für 640 000 Euro saniert und so auf den neuesten Energiespar-Standard gebracht. Die Hälfte der Kosten trägt der Bund – aus dem Konjunkturpaket II erwartet der Verband 320 000 Euro. Mittlerweile liegt auch der Zuwendungsbescheid vor.

60 000 Euro mehr als 2009 sind heuer für die Personalkosten eingeplant, die sich somit auf 1,27 Millionen Euro summieren – davon entfällt der größte Teil auf die Sozialstation. Die Tariferhöhungen für den öffentlichen Dienst sind mit zwei Prozent angesetzt. Seit April vergangenen Jahres hat Evelin Eißler-Krause eine halbe Stelle als Schulsozialarbeiterin auf dem Höhnisch – 2000 Euro weniger gibt es darum für das Jugendbüro, das nun nicht mehr für die Schule zuständig ist. Für die Sozialstation sind 27 500 Euro mehr nötig.

2009 habe es personelle Engpässe gegeben, erläuterte Landenberger. Vier Krankenpflegerinnen haben nun Minijobs – sie sollen die übrigen Pflegerinnen und Pfleger entlasten und verhindern, dass diese Überstunden anhäufen müssen. Auch für die Nachbarschaftshilfe werden 16 000 Euro mehr fällig: Bisher hatte der Verband diese Arbeit mit 175 Euro pro Monat und Person vergütet – da liegt die Einkommenssteuerfreigrenze. Das aber habe sich als unpraktikabel erwiesen, heißt es im Haushaltsbericht. Nun haben die – zunächst zwei – Frauen ebenfalls eine „geringfügige Beschäftigung“ und werden nach den „tatsächlich geleisteten Stunden“ bezahlt.

2009 verzeichnete die Sozialstation ein Defizit von 15 000 Euro – so die noch ungesicherten Zahlen. 2008 hatte sie allerdings mehr als doppelt soviel Miese gemacht, bei Rekordumsätzen. Diese steigerten sich 2009 zum Jahresende hin auf 79 000 Euro pro Monat. Der beschließende Ausschuss der Sozialstation Steinlach-Wiesaz hatte vor dem Verwaltungsverband getagt und dem Haushaltsplan 2010 zugestimmt.

Gemeindeverwaltungsverband Steinlach-Wiesaz verabschiedete Haushalt
Bekommt mehr Platz: das Karl-von-Frisch-Gymnasium.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

05.02.2010, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball