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Berlin

Gemischtes Zeugnis für deutsche Bildung

Deutschland holt auf bei frühkindlicher Bildung und naturwissenschaftlichen Abschlüssen. Unterdurchschnittlich sind die Bildungsausgaben.

25.11.2015
  • GUNTHER HARTWIG

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verteilt in ihrem aktuellen Report "Bildung auf einen Blick" gute und weniger gute Noten für das deutsche Bildungssystem. Stark aufgeholt hat die Bundesrepublik bei der lange vernachlässigten frühkindlichen Bildung. Immerhin 92 Prozent aller Dreijährigen in Deutschland nehmen inzwischen an Vorschulprogrammen teil (im OECD-Durchschnitt sind es 74 Prozent), und auch schon mehr als die Hälfte aller Zweijährigen werden in Einrichtungen der frühkindlichen Bildung betreut (OECD: 39 Prozent).

Ebenso erfreulich erscheint die Entwicklung bei den mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächern sowie den Ingenieursstudiengängen. Hier entscheiden sich inzwischen immerhin 40 Prozent der Studienanfänger für ein solches MINT-Fach (OECD: 26 Prozent). Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) sieht diese Entwicklung als Ergebnis massiver Bemühungen von Bund und Ländern um eine stärkere Belegung dieser Fächer. Allerdings sind nur ein Viertel der MINT-Studierenden weiblich. "Hier müssen wir bei den jungen Frauen noch mehr werben", sagte Wanka.

Kritisiert wird von der OECD, dass Deutschland - gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) - immer noch zu wenig für Bildung ausgibt. Mit 4,4 Prozent des BIP liegt die Bundesrepublik um 0,7 Prozentpunkte unter dem OECD-Wert. Die Bildungsministerin machte geltend, dass Deutschland bei den Pro-Kopf-Ausgaben für Schüler und Studierende mit 11 363 US-Dollar (10 656 Euro) deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 10 220 US-Dollar (9584 Euro) liege.

Nach wie vor unbefriedigend ist die Bildungsmobilität junger Menschen in Deutschland. Nur 19 Prozent der 25- bis 34-Jährigen erreichen einen höheren Bildungsabschluss als ihre Eltern (OECD: 32 Prozent), dagegen erwerben 57 Prozent der jungen Deutschen den gleichen (OECD: 52 Prozent) und 24 Prozent sogar einen niedrigeren (OECD: 16 Prozent) Abschluss.

Positiv schneidet Deutschland im internationalen Vergleich beim Thema Jugendarbeitslosigkeit ab. Der Anteil der 20- bis 24-Jährigen, die weder arbeiten noch in Aus- oder Weiterbildung sind, lag hier im vergangenen Jahr bei 10,1 Prozent (OECD 17,9 Prozent). Die Erwerbslosigkeit von Männern und Frauen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren lag in Deutschland bei 9,2 Prozent, in der OECD bei 15,5 Prozent.

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25.11.2015, 08:30 Uhr | geändert: 25.11.2015, 06:01 Uhr

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