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Bush-Familie

George war's nicht!

Dass Väter sich schützend vor ihre Söhne stellen, ist ein alltäglich zu beobachtendes Phänomen. Was sich frühkindlich auf dem Spielplatz vollzieht ("Der Kevin hat den Max nicht von der Wippe geschubst, das war der Ben."), oder in den Flegeljahren bei der Polizei ("Der Kevin war nur Mitläufer, der Max hat ihn angestiftet."), findet auch in allerhöchsten Regierungskreisen statt.

06.11.2015

Von AXEL HABERMEHL

Jedenfalls in den USA. Dort hat nun Ex-Präsident George Bush senior (91) Fehler seines Sohnes George W. (69), ebenfalls Ex-Präsident, auf dessen Minister abgewälzt: "Cheney und Rumsfeld waren schuld", zitiert die DPA Bush senior unter Berufung auf ein Gespräch zwischen ihm und seinem Biografen Jon Meacham, der demnächst ein neues Buch herausbringt.

Ex-Vizepräsident Dick Cheney und Ex-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hätten seinen Sohn während dessen Präsidentschaft (2001-2009) schlecht beraten und ihn zu all den umstrittenen Militäreinsätzen rund um die Welt gedrängt, findet Bush senior. Cheney habe gar "sein eigenes Imperium" aufgebaut und Bush junior mit seiner zu "harten Linie" beeinflusst.

Rumsfeld, hierzulande vor allem wegen markiger Sprüche zum "Alten Europa" und umfangreicher Folter-Vorwürfe in Erinnerung, ist laut Bush senior überdies ein "arroganter Kerl". Er übergehe Ansichten anderer und habe seinem Sohn "schlecht gedient".

Zusammengefasst: Mein George W. hat den Irak nicht kaputtgemacht, das waren Dick und Donald. Genau wie die transatlantischen Beziehungen. Oder Afghanistan. Oder die Sache mit Abu-Ghuraib. Oder die mit Guantánamo. Oder die mit den gefälschten Beweisen zu Saddams Massenvernichtungswaffen. Die anderen waren Schuld, mein Sohn ist ein guter Junge!

Nun sind solche Verteidigungen Ausdruck väterlicher Liebe und damit sehr verständlich. Ob sie aber die historische Einordnung des Sohnes noch zu ändern vermögen, ist fraglich. Bush junior zählt laut Umfragen zu den unbeliebtesten US-Präsidenten aller Zeiten. Papa ist trotzdem stolz.

Auf seinen Sohn lässt Bush sr. nichts kommen. Foto: afp

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Erstellt:
6. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
6. November 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. November 2015, 12:00 Uhr

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