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Gerade sozial Schwächere zahlen mehr
Banken langen bei Basiskonten gerne zu. Foto: dpa
Banken

Gerade sozial Schwächere zahlen mehr

Seit einem halben Jahr hat jeder Anrecht auf ein Girokonto. Doch diese „Jedermann-Konten“ sind für Nutzer oft teuer.

21.12.2016
  • DPA

Frankfurt. Bankkunden müssen ihr Recht auf ein Girokonto oft teuer bezahlen. Für „Jedermann-Konten“, die auch Obdachlose und Flüchtlinge für bargeldloses Bezahlen nutzen können, verlangen Institute hohe Gebühren. „Die Marktbeobachtung zeigt, dass das Basiskonto in aller Regel nicht das günstigste Kontomodell ist“, sagte Verbraucherschützerin Carmen Friedrich vom Netzwerk Marktwächter Finanzen. „Da sich das Angebot vor allem an sozial Schwächere richtet, muss man sich schon fragen, ob Gebühren von zehn Euro oder mehr angemessen sind.“

Seit Juni hat in Deutschland jeder Bürger Anspruch auf ein Girokonto. Mit dem Zahlungskontengesetz wurde eine EU-Richtlinie umgesetzt. Einzige Voraussetzung ist, dass man sich legal in der EU aufhält. Der Konteninhaber erhält eine Bankkarte und darf Geld überweisen. Überzogen werden kann ein solches Konto nicht. Profitieren sollen etwa eine Million Menschen.

Zahlen, wie viele Jedermann-Konten seither eröffnet wurden, gibt es kaum. „Wir haben dem Gesetz entsprochen, das ist selbstverständlich. Aber dieses Konto ist kein Massenphänomen“, sagte der Privatkundenchef der Frankfurter Commerzbank, Michael Mandel. Auch die Postbank hält sich bedeckt. „Die Zahl der Ablehnungen liegt bei mehreren Hundert“, sagte eine Sprecherin des Bonner Instituts. Bei Deutschlands viertgrößter Sparkasse, der Frankfurter Sparkasse, haben knapp 500 Menschen ein Basiskonto eröffnet.

Dass die Konten meist teurer sind als andere, hält die Branche für angemessen. „Ansonsten bestünde unter anderem die Gefahr, dass Kontoführungsgebühren für Basiskonten, die nicht kostendeckend wären, durch Preiserhöhungen bei anderen Kontoinhabern quersubventioniert werden müssten“, erklärte die Deutsche Kreditwirtschaft.

Die Postbank merkt an, die Kontoeröffnung sei aufwendiger, die Prüfung der Daten dauere oft länger, Besitzer der Konten seien dann für die Bank vielfach schlecht erreichbar: Die Postbank meint deshalb, dass die Gebühr von monatlich 5,90 EUR gegenüber 3,90 EUR für das Postbank Giro plus gerechtfertigt sei. dpa

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21.12.2016, 06:00 Uhr

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