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Gerber setzt auf „Service-Offensive“
Gerber-Manager Kemal Düzel. Foto: Ferdinando Iannone
Neuausrichtung

Gerber setzt auf „Service-Offensive“

Kaufhaus forciert Verzahnung mit dem Internet, bietet Kinderbetreuung und Theater.

08.11.2016
  • DOMINIQUE LEIBBRAND

Stuttgart. Kemal Düzel trägt mal wieder sein Lieblingshemd, das mit den rosafarbenen Streifen. So wie fast immer, wenn es darum geht, zu repräsentieren. Seit fast einem Jahr nun ist Düzel das Gesicht des Gerbers. Sein Job: Das Center in Stuttgarts Stadtmitte, das nach der Eröffnung im September 2014 einen Fehlstart hinlegte, endlich flott zu machen. Und geht es nach dem 37-Jährigen gelingt, das mittlerweile immer besser: „Wir haben es geschafft, das Gerber als modernes Stadtkaufhaus stärker zu positionieren.“

Seit Mitte 2015 ist genau das die Marketingstrategie: Das Gerber wird seither bewusst nicht mehr als Shoppingcenter, sondern eben als Stadtkaufhaus betitelt – eingebettet in das umliegende Gerberviertel mit seinen inhabergeführten Läden. Und auch das Gerber selbst will mit individuellen Konzepten von sich reden machen. Das fängt beim Spezialisten für Barfußschuhe Leguano an und geht bis zur Modeboutique Suitcase, die Kleider verkauft, die jeweils nur viermal gefertigt werden.

Flankierend dazu hat Düzel nun eine Service-Offensive gestartet, mit einer Idee, die die Brücke zur Konkurrenz im Internet schlagen soll: Kunden können sich seit Kurzem Online-Käufe direkt ins Gerber liefern lassen. Dort wurde eine Umkleidekabine eingerichtet, in der man die Ware anprobieren und, wenn die nicht passt, gleich zurückschicken kann. Düzels Hoffnung ist, dass zum bestellten Kleid die passenden Schuhe im Gerber gekauft werden.

Zum neuen Service gehört auch, dass man sich die Einkäufe per Lastenrad nach Hause transportieren lassen kann – ab einem 50-Euro-Einkauf ist das kostenlos, drunter bezahlt man 2,99 Euro. Oder eine Kinderbetreuung im Erdgeschoss. Dort können Eltern ihren Nachwuchs stundenweise gegen Bezahlung abgeben. In der Weihnachtszeit wird das Angebot an Freitagen kostenlos sein.

Über Events will der Centermanager ebenfalls weitere Kunden anlocken. Neuestes Projekt ist eine Zusammenarbeit mit „Lokstoff“, einer Theatertruppe, die Stücke im öffentlichen Raum veranstaltet. Am Freitag ist Premiere. Danach finden regelmäßig Vorstellungen statt. Die Schauspieler agieren auf allen Ebenen des Kaufhauses.

Doch Frequenz allein, das weiß auch Düzel, bringt nichts. 25 000 Menschen streifen im Schnitt täglich durch das Einkaufszentrum. „Die Leute müssen auch kaufen, dann sind die Händler zufrieden“, sagt Düzel. Die Umsätze entwickelten sich jedoch positiv. Und auch mit der Auslastung des Centers ist er zufrieden. 96 Prozent der Flächen seien vermietet. „Das ist gut.“

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08.11.2016, 06:00 Uhr

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