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Gericht stärkt Denkmalschutz
Die Stadt will das Hajek-Haus erhalten. Foto: Rainer Lang
Hajek-Haus

Gericht stärkt Denkmalschutz

Eigentümer muss Umbauten für rund 20 000 Euro in früherer Künstler-Villa rückgängig machen.

25.04.2017
  • RAINER LANG

Stuttgart. Im Tauziehen um die Sanierung der Hajek-Villa im Stuttgarter Westen muss der Käufer Markus Benz eine Schlappe hinnehmen. Das Verwaltungsgericht wies die Klage des 55-Jährigen ab und befand die am 21. November 2014 erlassene Rückbau- und Erhaltungsverfügung der Stadt für rechtmäßig. Damit muss der Besitzer die von ihm „ohne denkmalschutzrechtliche Genehmigung vorgenommenen Baumaßnahmen rückgängig machen“, teilte das Gericht am Montag mit. Es hält die dafür veranschlagten Kosten von rund 20 000 Euro für zumutbar.

Trotzdem will Benz vorerst an seinen Plänen für den Umbau der ehemaligen Villa des Künstlers Otto Herbert Hajek auf dem 27 Ar großen Grundstück an der Hasenbergsteige zum repräsentativen Familiensitz festhalten. „Ich will Konsens“, bekräftigte Benz nach der Verhandlung. Zuvor hatte er bereits betont, dass er auf jeden Fall ein Gespräch mit der Stadt anstrebe. Auch deren Vertreter signalisierten Gesprächsbereitschaft. Damit wäre ein von Benz schon erwogener Antrag auf Abriss der 2008 zum Kulturdenkmal erklärten Villa zumindest vorläufig vom Tisch.

Als einzig vernünftigen Vorschlag sieht der Besitzer seinen nach dem Erwerb der Villa 2010 erstellten Sanierungsplan an. Darin legt er dar, er wolle die Villa als „Kulturgut“ erhalten und zum „Denkatelier“ umbauen, für etwa vier Millionen Euro. Geplant sind Fenster im Atelier, eine energetische Sanierung, neue Installationen sowie ein Aufzug. Fraglich ist, inwieweit der Denkmalschutz dies jeweils zulässt.

In der Verhandlung ging es aber gar nicht ums große Ganze, sondern um vom Käufer 2013 vorgenommene Änderungen. Die Stadt hält es für unzulässig, dass Benz zwei Wände im Wohnbereich bis auf die Holzständer sowie zwei Türen und die Pergola-Verglasung beseitigen ließ. Bernd Sinzinger von der unteren Denkmalschutzbehörde sieht darin eine „nachteilige Beeinflussung des Erscheinungsbildes“.

Die Stadt will die Wohnräume, den Eingangsbereich und das Atelier so erhalten, wie sie der Künstler nutzte. Benz hält die Vorgaben indes für unzumutbar. Diese würden die Sanierung unwirtschaftlich machen. Mit so einer Argumentation könnte jeder sein Denkmal beseitigen, hielt ihm der Richter entgegen. Rainer Lang

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25.04.2017, 06:00 Uhr

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