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Hacker

Gerüchte mit weitreichenden Folgen

Immer öfter werden Daten manipuliert, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

29.12.2016
  • DPA

Hamburg. Rund neun Monate vor der Bundestagswahl wächst die Sorge vor Manipulationen der Wahlentscheidung. Auf dem Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC) in Hamburg werden Fragen gestellt: Warum finden Falschmeldungen und Gerüchte im Netz so große Beachtung und Verbreitung? Sind 2017 verstärkte Cyber-Angriffe aus dem Ausland zu erwarten?

Auf dem Chaos Communication Congress zeigt der Experte Jessy Campos von der IT-Sicherheitsfirma Eset im Detail, wie die mutmaßlichen Verantwortlichen für die Cyber-Attacke auf den Bundestag 2015 vorgegangen sind. Die Gruppe mit Bezeichnungen wie Sofacy, Fancy Bear oder APT 28 habe auch Ministerien und Botschaften von 40 Staaten ins Visier genommen. Die Schadsoftware für das Ausspähen von Daten werde meist sehr spezifisch für bestimmte Ziele entwickelt. Gibt es Verbindungen dieser Gruppe mit staatlichen Stellen in Russland? Diese Frage lässt der Experte offen. Aber es gebe Hinweise auf „gewisse Verbindungen der Entwickler zum kriminellen Software-Untergrund“.

Möglicherweise geht es beim Ausspähen vertraulicher Daten darum, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Das ist auch das Ziel derjenigen, die Falschmeldungen und Gerüchte verbreiten. Die „Dekonstruktion“ solcher „Fake News“ ist das Ziel der „Hoaxmap“, einer Art Landkarte der Falschmeldungen, zu Gerüchten über Flüchtlinge. Spätestens seit Mitte 2015 sei zu beobachten, dass zunehmend Gerüchte über Flüchtlinge in die Welt gesetzt und in sozialen Netzwerken weit verbreitet würden, sagen die beiden Macher Karolin Schwarz und Lutz Helm. Bisher haben die beiden 436 Fälle dokumentiert und auf einer Karte sichtbar gemacht – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Bezogen auf die Einwohnerzahl werden demnach die meisten dieser Gerüchte in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt gestreut. Falschmeldungen seien kein neues Phänomen, sagte Karolin Schwarz. „Sie heißen jetzt nur Fake News“. Allerdings könnten solche Falschmeldungen inzwischen weit reichende und brisante Folgen haben. Nicht begeistert sind die Hacker vom Vorschlag des Bundesinnenministers Thomas de Maizière (CDU), ein Abwehrzentrum gegen Desinformation einzurichten, „liebevoll auch Wahrheitsministerium genannt“, wie Karolin Schwarz spottet. dpa

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29.12.2016, 06:00 Uhr

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