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Vom Spediteur zum Logistiker

Geschäft der Klaus Meier GmbH hat sich verändert

Wie behauptet man sich heute als Mittelständler im hart umkämpften Markt der Nah- und Ferntransporte? Klaus Meier, Chef des gleichnamigen Speditionsunternehmens in Siebenlinden, das am Samstag 25-jähriges Bestehen feiert, kennt darauf nur eine Antwort: „Qualität, Qualität, Qualität.“

12.07.2012
  • Ulrich Eisele

Rottenburg. Nagelneue Trucks, keins der Fahrzeuge älter als fünf Jahre, 50 Prozent der LKWs nach Abgasnorm Euro 5, regelmäßige Schulungen und Weiterbildungen der Fahrer – das sind nur einige der Pluspunkte, die Klaus Meier unterm Begriff „Qualität“ aufzählt. Flexibilität ist für ihn ein weiteres Stichwort. Grob skizziert er den strukturellen Wandel, den sein Unternehmen in den vergangenen 25 Jahren durchlaufen hat: von der Spedition, die sein Vater Walter Heinz Meier 1979 gegründet hat, über den Verbund der Meier-Söhne, die sich mit drei eigenen Transportunternehmen selbstständig machten, bis zur Meier-Gruppe, zu der auch noch ein Messe- und Event-Logistikunternehmen zählt. Integriert ist diese in einen Verband von 80 selbstständigen Transportunternehmen, der die Mittelständler gegenüber den ganz Großen konkurrenzfähig macht.

Selbstständige Spediteure bilden ein Netzwerk

Nur im Verbund kann die Spedition in der Bellinostraße heute mit rund 60 Beschäftigten und 35 Fahrzeugen die ganze Palette der Transport-, Logistik- und Lagerdienstleistungen abdecken: von der Stückgut-Abholung mit dem Kleintransporter über Nah- und Ferntransporte bis hin zu logistischen Aufgaben und internationalen Transporten. Wie in einem Räderwerk arbeiten die selbstständigen Speditionsunternehmer dabei zusammen. Jeden Abend verlassen den Meierschen Hof in der Bellinostraße mehrere LKWs, die nachts auf einem riesigen Umschlagbahnhof in Fulda mit 2000 anderen Lieferwagen und Sattelzügen zusammentreffen. Dort werden sie in Windeseile umgeladen, und die Ware erreicht am anderen Morgen, Abend oder in ein, zwei Tagen ihren Bestimmungsort – europa-, ja sogar weltweit.

Beim Transport arbeiten die drei Meier-Brüder zusammen: Klaus in Rottenburg ist auf nationale und internationale Verkehre, Lagerlogistik und Stückgut spezialisiert, Wolfgang Meier in Haiterbach auf Kühltransporte und Bruder Joachim in Nagold auf „Transportleistungen und Outsourcing“. Zusammen hat die Meier-Gruppe 230 Mitarbeiter und kann 130 LKWs an den Start gehen lassen.

Weiterhin gehört zur Gruppe noch das 2001 gegründete Unternehmen Netlog, das auf Messe- und Eventlogistik spezialisiert ist. Wenn zum Beispiel eine Firma eine Messe irgendwo – auch in Übersee – besuchen möchte, selbst jedoch weder über Messestände noch die notwendige Logistik verfügt, dann übernimmt die Firma Netlog diese Aufgaben – von der Planung über den Transport der Ausstellungsstücke, den Aufbau des Messestandes bis hin zur Einlagerung nicht ausgestellter Waren vor Ort. Möglich sei auch, nur einen Teil des Dienstleistungsangebots zu buchen, sagt Klaus Meier. Dann übernimmt Netlog nur die Planung des Events und gibt den Kunden „stille Ordonnanzen“ mit, Fachleute, die die Arbeiten vor Ort überwachen und koordinieren.

Der Spediteur ist heute das Lager

Auch die Einlagerung und Kommissionierung von Waren ist mittlerweile Teil des Speditionsgeschäftes geworden. „Heute ist der Spediteur das Lager“, sagt Klaus Meier. Seine Spedition übernimmt heute Aufgaben, die früher von den Produktionsunternehmen selbst geleistet wurden. Einer der Gründe, weshalb Klaus Meier kürzlich in Seebronn eine 10 000 Quadratmeter große Lagerhalle erworben hat. Dort lagert er im Auftrag von Kunden Ware ein, die „just in time“, in der gewünschten Menge, an die Produktionsfirmen oder Endabnehmer ausgeliefert wird.

Selbst große Autofirmen wie Porsche würden heute nur noch für acht Stunden Zulieferteile vorhalten, erzählt Klaus Meier. Wenn also einmal aus irgendwelchen Gründen die Lieferkette abreißen würde, stünden schon nach einem Arbeitstag beim Zuffenhausener Autobauer die Bänder still. Zum Teil liefert Meier auch an die Endabnehmer selbst aus. In seinem Lager in der Bellinostraße schlummern beispielsweise Holzpellets, die an Baumärkte ausgefahren, oder Solarmodule, die von Flaschnern zur Montage im Kundenauftrag angefordert werden.

Acht Millionen Euro Umsatz macht die Spedition Klaus Meier GmbH in Rottenburg mit diesen Geschäften jährlich, 28 Millionen Euro sind es insgesamt in der Meier-Unternehmensgruppe. Ein bisschen tragen auch die großen Solarflächen dazu bei, die Klaus Meier auf seinen Speditionshallen in der Bellinostraße und am Ortsrand von Seebronn montieren ließ: Über 600 Kilowattstunden peak leisten die jährlich und könnten rund 165 Einfamilienhäuser mit Strom versorgen. Eine Vision des Unternehmers: Dass künftig einmal alle seine Mitarbeiter mit Solarautos zur Arbeit kommen, die dann während des Arbeitstages von den eigenen Solarmodulen aufgeladen werden. Diese Zeit wird kommen, meint er.

Die Spedition Klaus Meier GmbH wurde 1987 in Rottenburg gegründet. Heute arbeiten 57 Mitarbeiter für das Unternehmen, das über eine Flotte von 35 Fahrzeugen, Lagerflächen von 12 000 Quadratmetern und Freiflächen von rund 30 000 Quadratmetern verfügt.
In der Meier-Gruppe, zu der außerdem die Unternehmen von Klaus Meiers Brüdern – Wolfgang Meier Transporte in Haiterbach und Joachim Meier Transport Service GmbH in Nagold – gehören, sind insgesamt 230 Mitarbeiter beschäftigt und rollen 130 Fahrzeuge.
Außerdem gehört zur Meier-Gruppe noch die Firma Netlog mit zwölf Mitarbeitern, ein Tochterunternehmen der Klaus Meier GmbH, die sich mit der Organisation und dem Transport von Gegenständen für Messen und Events sowie Aufbau von Messeständen beschäftigt.

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12.07.2012, 12:00 Uhr

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