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Übirgens

Geschäftigkeit wie üblich

07.10.2016
  • Hans-Jörg Schweizer

Zappelige Bewegungen, schusselige Gesten. Nervös wippender Fuß. Unstet umherschweifender Blick. Jede Minute mindestens einmal verstohlen zum Smartphone. Genuschelte Halbsätze. Die Gedanken schon seit Sekunden wieder hinterm Kurzzeitgedächtnis versenkt. Verdammt nah am Burnout? „Na ja. Ist vielleicht doch ein bisschen viel zur Zeit.“

Kennt man ja: Nur ein „bisschen viel“ mutet sich da jemand zu. Freilich nicht auf Dauer. Lediglich „zur Zeit“. Vorübergehend also. Keinesfalls chronisch. Nächste Woche ist das ganz anders. Versprochen. Da sind nicht viele Termine. Und gar keine auswärts. Keine Hotelübernachtung. Bestimmt auch weniger Überstunden. Jedenfalls nicht jeden Tag bis tief in jede Nacht.

Aber spätestens nächsten Monat ist Pause mit Business as usual. Ende der Geschäftigkeit wie üblich. Dann ist der Kollege wieder da. Der kann ja auch mal was tun. Endlich mal mehr Zeit für sich selbst haben: Gutes-Buch-lesen. Und Radfahren, Laufen, Muckibude. Die eigene Gesundheit darf man nicht auf später verschieben. Das rächt sich. Und die Familie. Genau: Die Familie! Die Kinder werden so schnell groß. Die sind ruckzuck erwachsen. Aus dem Haus. Aus den Augen. Dann ist es zu spät. Die Zeit muss man nutzen. Die kommt nicht wieder. Aber dieses Jahr ist halt so viel los. Manchmal läuft’s halt nicht so, wie man sich‘s vorstellt. Und dann muss man am Ende doch wieder selber ran. Aber wird schon. Muss man sich halt voll reinknien jetzt. Nur noch ein paar Wochen.

Und bald ist ja schon Weihnachten. Tagelang gechillt wird dann. Na ja, okay: Zwischen den Jahren muss sicher wieder irgendwas aufgearbeitet oder abgearbeitet werden. Aber im neuen Jahr muss das anders laufen. Mehr Struktur. Weniger Improvisation. Man muss am Anfang ordentlich planen, dann bleibt am Ende genug Zeit. Im Frühling kippt die Work-Life-Balance ganz sicher deutlich Richtung Freizeit.

Spätestens im Sommer. Und dann ist auch schon wieder Urlaub. Aber so richtig. Nicht nur schnell pauschal auf zwei Wochen. Eher mal Natur. Pur. Am besten tiefste Wildnis. Ohne Internet. Sonst ist eh keine Ruhe. Minimum drei Wochen Stille. Zeit für Muße ohne Mails.

War nicht gerade erst Urlaub? Die Mails sind zurück. Aber wo ist bloß die Muße hin? Die sollte doch bis Advent bleiben. Ein bisschen Restbräune ist vielleicht noch zu retten. Vielleicht wird’s nochmal schön. Also Schluss mit dem Gezappel. Raus hier! Die angestresste Seele zum Baumeln in die Herbstsonne tragen.

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07.10.2016, 01:00 Uhr

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