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Medienwissenschaft-Studenten stellten erste Video-Arbeiten vor

Geschichte im bewegten Bild

Ein historisches Thema recherchieren, Interviewpartner finden, filmen und das Material bearbeiten: All das lernten Studenten der Medienwissenschaft im Seminar in Kooperation mit dem TAGBLATT-Projekt Zeitzeugnisse.

02.02.2012
  • Madeleine Wegner

Zeitzeugnisse: Studenten der Medienwissenschaft stellten ihre Videos vor

Zeitzeugnisse: Studenten der Medienwissenschaft stellten ihre Videos vor --

02:35 min

Tübingen. Ein Semester lang hatten die 20 Studenten der Medienwissenschaft Zeit, ein Video zu drehen. Dabei standen ihnen verschiedene historische Themen zur Auswahl, die TAGBLATT-Redakteur Manfred Hantke grob vorgegeben hatte. Wie sie ihr Thema allerdings bearbeiten und präsentieren wollten, mussten sich die Studenten selbst überlegen. Am Ende sollte dann jeweils ein Video für das TAGBLATT-Projekt Zeitzeugnisse entstehen.

Lilli Zapf, amtsenthobene Stadträte 1933, der Tübinger Güterbahnhof oder auch 40 Jahre Naturpark Schönbuch – zu Themen wie diesen durchstöberten die Studenten Archivmaterial, suchten nach Zeitzeugen sowie Interviewpartnern und stellten ein Konzept für ihr Video auf. Schließlich ging es an das Drehen mit großer Kamera, im Anschluss stand das Schneiden und Bearbeiten des Filmmaterials auf dem Programm – bis endlich der Grobschnitt der zehn Videos fertig war. Und den stellten die Studenten am Mittwoch vor.

„Auf jeden Fall war der Spaßfaktor wesentlich höher bei dem Projekt als der wirkliche Stress“, sagte Stefan Reuter, der zusammen mit seiner Kommilitonin Anna Agostini den Fall Richard Epple ausgewählt hatte. Epple war 17 Jahre alt, als er vor 40 Jahren, am 1. März 1972, von der Polizei während einer Verfolgungsjagd erschossen wurde. Interviewpartner zu dem tragischen Tod zu finden, sei jedoch gar nicht so leicht gewesen: „Entweder die Angehörigen wollten nicht mehr darüber reden oder, was auch oft der Fall war, sie leben gar nicht mehr“, schilderte Reuter. Aber die Leute vom Tübinger Epple-Haus seien „sehr kooperativ“ gewesen, wie Studentin Agostini zufügte.

„Die Studenten sind sehr motiviert“, sagte Meike Uhrig, die das Video-Seminar am Institut für Medienwissenschaft leitet. Dabei seien die Ansprüche durchaus hoch gewesen: Ideen sammeln, Drehplan erstellen, Verwenden der Technik und Postproduktion. „Aber es war auch eine Motivation, dass viele Augen am Ende das Video ansehen“, sagte Uhrig mit Blick auf die Veröffentlichung im Projekt Zeitzeugnisse.

Geschichte im bewegten Bild
Stefan Reuter, Student der Medienwissenschaften, erläutert seinen Zeitzeugnis-Film über Richard Epple. Bild: Hantke

Tamara Monaco und Maren Weber hatten sich der Mode und den Möbeln der 1960er Jahre verschrieben. „Das Gute bei unserem Thema war, dass wir schöne Bilder bekommen haben“, erklärte Weber. Für ihr Thema hatten die beiden Studentinnen Kontakt mit der Hochschule Reutlingen aufgenommen, weil diese den Studiengang Modedesign anbietet. Und prompt gab es dort nicht nur die Möglichkeit zum Interview mit der Dozentin für Modegeschichte, sondern auch ein besonderes Extra an Filmmaterial: Aufnahmen einer Modeschau aus den 1960er Jahren.

„Normalerweise sind wir an der Uni ja eher mit den theoretischen Dingen beschäftigt. Und jetzt mal so ein ganz praxisnahes Seminar zu haben, war sehr spannend und bringt unheimlich viel“, resümierte Weber.

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02.02.2012, 12:00 Uhr

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