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Geschichte
des Zerfalls
Immer höhere Rüstungsausgaben, wie hier für den Afghanistan-Einsatz, trugen dazu bei, die Sowjetunion zu ruinieren. Foto: dpa
Hintergrund

Geschichte des Zerfalls

Am 8. Dezember 1991. unterzeichneten die Präsidenten Russlands, der Ukraine und Weißrusslands im weißrussischen Nationalpark Beloweschsk eine Vereinbarung, in der sie die Auflösung der UdSSR und die Gründung der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten erklärten.

05.12.2016
  • STEFAN SCHOLL

Obwohl Russland selbst seine Unabhängigkeit erst vier Tage später ausrief und Michail Gorbatschow noch bis zum 25. Dezember als sowjetischer Präsident amtierte, gilt die Beloweschsker Vereinbarung als offizielles Todesurteil der Sowjetunion.

Der mehr als 70 Jahre von der KPdSU dominierte Einparteienstaat siechte seit Jahrzehnten dahin. Schon der von 1966 bis zu seinem Tod 1982 herrschende und vergreisende Leonid Breschnew galt als Personifikation wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Erstarrung. Die von ihm 1979 befohlene Intervention in Afghanistan geriet zum für das ganze Land demoralisierenden Abnützungskrieg. Angesichts sinkender Ölpreise und immer höherer Rüstungsausgaben zeigte sich die sowjetische Planwirtschaft zusehends unfähig, die Bevölkerung mit Konsumgütern zu versorgen.

1985 kam Gorbatschow an die Macht, er wollte den Sowjetsozialismus demokratisieren. Seine als „Perestrojka“ berühmt gewordenen Reformbemühungen trafen aber auf wachsende Skepsis der Bürger und massiven Widerstand der Bürokraten. Zwar stimmten noch im März 1991 bei einer Volksabstimmung in 9 der 15 Sowjetrepubliken 76 Prozent für den Fortbestand der Union, aber schon im gleichen Monat erklärten sich Litauen und Estland für unabhängig. Ein halbherziger Putschversuch reaktionär gesonnener Funktionäre in Moskau scheiterte an Massenprotesten.

Danach zerfiel der größte Staat der Welt eher unspektakulär. Er scheiterte am Ehrgeiz der Herrscher in den Teilrepubliken, die – wie etwa Boris Jelzin in Russland – die Gelegenheit nutzten, um reihenweise aus der Union auszutreten und sich zu Präsidenten neuer souveräner Staaten aufzuschwingen. Jelzin übernahm Gorbatschows Atomkoffer, Russland die juristische Nachfolge der UdSSR. Stefan Scholl

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05.12.2016, 06:00 Uhr

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