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Geschlossenheit gegen Erfahrung
Auch beim Derby gegen Freudenstadt ist Wittendorfs Torjäger Sandro Bossert nur Zuschauer. Bild: Ulmer
Fußball-Landesliga

Geschlossenheit gegen Erfahrung

Wenn am Ostermontag, 15 Uhr, das Derby zwischen dem SV Wittendorf und der Spvgg Freudenstadt steigt, ist SVW-Torjäger Sandro Bossert wieder einmal dazu gezwungen, die Begegnung von der Loßburger Tribüne aus zu beobachten.

31.03.2018
  • Milos Kuhn

Der nominelle Kapitän der Wittendorfer hat weiterhin mit seiner hartnäckigen Knieverletzung zu kämpfen und kann deswegen aktuell nicht in den Abstiegskampf eingreifen. Das hindert Sandro Bossert jedoch nicht daran, die beiden Kontrahenten im Detail zu vergleichen und mit der SÜDWEST PRESSE über seine Leidenszeit zu sprechen.

Das sagt Sandro Bossert zu…

…den Torhütern:

SVW: Lucas Finkbeiner hat extrem viel Potenzial. Er ist zwar erst 19 Jahre alt, ist aber meiner Meinung nach auf dem Weg, zu den Besten zu gehören. Er strahlt für sein Alter eine sehr hohe Sicherheit aus und kann sehr gut mitspielen.

Spvgg: Johannes Günter ist zur Zeit einer der besten Torhüter im Kreis und hat viel Erfahrung im Vergleich zu unserem Torwart. Er ist ein Komplettpaket, besonders im Eins-gegen-Eins und in der Luft ist er stark.

…der Abwehr:

SVW: Unsere Abwehr ist sehr jung und unerfahren, da wir ja personell gerade Probleme haben und Spieler aus der zweiten Mannschaft hochgezogen wurden, die auch noch relativ jung sind. Auch wenn das eine Schwäche sein kann – wir haben eine sehr gute Zweikampfstärke, eigentlich auf allen defensiven Positionen.

Spvgg: Sie haben natürlich Pascal Fahrner, der viel über die gute Kommunikation und sein starkes Kopfballspiel kommt. Das haben die letzten Partien gezeigt. Er hat mittlerweile schon viele Jahre in Landes- und Bezirksliga gespielt, deswegen ist er natürlich sehr erfahren. Ihn sehe ich als den Kopf der Mannschaft und man kann grundsätzlich sagen, dass Freudenstadts Abwehr erfahrener ist als unsere.

…dem Mittelfeld:

SVW: Unser Mittelfeld kann sich auf alle Fälle sehen lassen. Es steht kompakt und ist äußerst zweikampfstark. Außerdem haben wir im Mittelfeld exzellente Einzelspieler, zum Beispiel mit Lysander Skoda jemanden, der ein Spiel gestalten kann. In ihm sehe ich da im Vergleich zu Freudenstadt den besseren Spielgestalter,

Spvgg: Ich würde sagen, die Erfahrung zeigt sich auch hier. Auch dort haben die Freudenstädter häufiger in der Landesliga gespielt und sind älter, was aber eben nicht bedeutet, dass sie die besseren Einzelspieler haben.

…dem Sturm:

SVW: Wir haben nach meiner Verletzung natürlich ein bisschen umstellen müssen, aber Lucas [Haug, Anm. d. Red.] ist ein hervorragender Stürmer, der alles mit sich bringt: Zweikampf-, Lauf- und Kopfballstärke. Er ist einfach ein kompletter Offensivmann. Dann kommt es natürlich noch darauf an, wer mit über die Flügel einrückt, das macht uns unberechenbar. Eigentlich haben wir im Sturm keine Schwächen.

Spvgg: Natürlich kommt es auch hier auf die taktische Ausrichtung an: Ob sie mit Sven Kläger spielen, der eher kantig und bullig ist, wie Lucas und ich, oder ob sie mit dem wuseligen und schnellen Dominik Graf auftreten. Der hat natürlich einen Riesen-Vorteil durch sein Alter, seine Erfahrung sowie seine Schnelligkeit und Wendigkeit.

…dem Herzstück beider Mannschaften:

SVW: Bei uns ist das kein einzelner Spieler, sondern die Mannschaft. Uns zeichnet unsere Geschlossenheit aus. Wir haben extrem viel Spaß miteinander und machen auch außerhalb vom Platz vieles zusammen. Wir sind entschlossen und jeder kämpft, läuft und macht, was notwendig ist. Anders haben wir in dieser Liga keine Chance.

Spvgg: Das ist für mich wie erwähnt Pascal Fahrner. Er kann alle mitziehen und geht als Kapitän in schwierigen Zeiten voraus. So haben sie im direkten Vergleich natürlich etwas mehr Erfahrung.

…seinem Fazit:

Unter dem Strich sind wir abschlussstärker, aber Freudenstadt hat mehr Erfahrung im Team, beispielsweise im Tor oder in der Abwehr. Trotzdem sehe ich uns insgesamt auf keiner Position schwächer, weil sich solche Dinge vielleicht über die gesamte Saison zeigen, aber nicht in einem einzelnen Spiel. Vor allem nicht, wenn das bei uns zu Hause stattfindet. Ich gehe von einem sehr intensiven und zweikampfbetonten Spiel aus.

…seiner Verletzung

Grundsätzlich geht es mir ganz gut, ich habe aber immer noch leichte Probleme beim Treppenlaufen. Nächste Woche werde ich genaueres wissen, da habe ich einen Termin in Cannstatt beim Arzt. Leider kann ich in dieser Saison wohl nicht mehr eingreifen. Das ist natürlich besonders schade, da wir das erste Mal in die Landesliga aufgestiegen sind, und ich gerne mithelfen würde, den Klassenerhalt zu schaffen. Das ist für mich der absolute Horror, aber ich vertraue da voll und ganz in die Mannschaft, dass wir das hinbekommen.

Die Situation bei der Spvgg Freudenstadt:

Auch Spvgg-Spielleiter Gerd Fuss erwartet ein „heißes Derby mit vielen Zuschauern“. Nach dem 3:0-Auswärtserfolg gegen den SV Seedorf haben die Freudenstädter Lust auf mehr bekommen und wollen den Aufwind nutzen, um gegen Wittendorf drei Punkte einzufahren. „In den letzten Spielen haben wir ansprechende Leistungen gezeigt. Nach der harten Vorbereitung in Schnee und Regen war das natürlich gut für die Moral“, erklärt Fuss.

Die Vorteile seiner Mannschaft sieht er ähnlich wie Bossert in der Landesliga-Erfahrung und der routinierten Defensive. Fuss weiß jedoch, was die Spielvereinigung erwartet: „Das wird aufgrund der Beschaffenheit und Größe des Platzes ein Kampfspiel. Wittendorf ist kampf- und offensivstark, da müssen wir alles reinwerfen.“ Personell kann Trainer Jens Bertiller aktuell aus den Vollen schöpfen, doch bleibt abzuwarten, ob das Team die heutige Begegnung gegen den SV Böblingen (15 Uhr) unbeschadet übersteht. So oder so, die Freudenstädter sind laut Fuss motiviert: „Wir freuen uns auf das Derby. Das ist ein wichtiges Spiel für beide und gerade bei dieser Kulisse immer wieder schön.“

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31.03.2018, 01:00 Uhr

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