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Grüne

Gesprächsbedarf mit Zetsche

Ministerpräsident Kretschmann hat keine Berührungsängste mit der Autoindustrie.

12.10.2016
  • Andreas Böhme

Stuttgart. Ein Autoboss bei den Grünen? Mercedes-Chef Dieter Zetsche auf einem Bundesparteitag? Ministerpräsident Winfried Kretschmann begrüßt den geplanten Gastbesuch auf dem Konvent im November in München: „Das finde ich gut.“ Im Gegensatz zu seinen Parteilinken hat er keine Berührungsängste, erst kürzlich habe er ein langes Gespräch mit Zetsche über Elektromobilität geführt.

Kretschmann lässt keinen Zweifel daran, dass er den vom Bundesrat beschlossenen Termin, ab 2030 keine Verbrennungsmotoren mehr zulassen zu wollen, unsinnig findet. „Ich halte von einem solch konkreten Termin nicht viel, es gibt zu viele Imponderabilien.“ Natürlich solle man so schnell wie möglich auf Elektroautos umsteigen, nur müsse dann auch der Strom aus erneuerbaren Energien stammen – „sonst ist die Bilanz nur noch negativer“. Angesichts von nur einem Prozent Elektroautos am Fahrzeugbestand bleibe deshalb der Verbrennungsmotor „noch für längere Zeit“ als Übergangsantrieb bestehen.

Natürlich auch der Diesel: Es sei fatal, wenn die Kundschaft sich enthalte, denn die aktuellen Dieselmotoren nach der Euro-6-Norm sind extrem schadstoffarm und helfen, die Klimaziele zu erreichen. Angesichts von 50 000 Jobs, die allein in Baden-Württemberg am Diesel hängen, dürfe man „keinen Crash der Autoindustrie produzieren“. Die Debatte um manipulierte Motorensoftware habe aber gezeigt, dass das Ende des Verbrennungsmotors bevorstehe. „Das Bein hat sich die Autoindustrie selbst gestellt“, sagte Kretschmann. Auch daher gebe es Gesprächsbedarf mit Zetsche.

Fürs Land kündigte Kretschmann Leuchtturmprojekte der Elektromobilität an, besonders im schadstoffbelasteten Stuttgart. Er bedauere, dass sich die Verkehrsminister nicht auf eine „blaue Plakette“ geeinigt hätten – dies wäre auch eine Chance für aktuelle Dieselmotoren gewesen. Nun sei der Handlungsdruck immens. Trotz der Abfuhr bei dem Thema in der Verkehrsministerkonferenz will die Landesregierung nicht lockerlassen – und es nun mit einer Bundesratsinitiative für die umstrittene Plakette versuchen.

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12.10.2016, 06:00 Uhr

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