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Gestärkt gegen Italien
Nachrückende Talente und arrivierte Profis: Mats Hummels hält das für eine gute Mischung. Foto: Eibner
Nationalelf

Gestärkt gegen Italien

Der Papst sorgt für mentalen Zuspruch. Nun liegt es im Testspiel heute bei den Azzurri an Joachim Löw, mit dem Team den nächsten Schritt zu machen.

15.11.2016
  • GEROLD KNEHR

Brav wie die Chorknaben – so saßen die Fußball-Nationalspieler und die DFB-Funktionäre gestern Vormittag bei der Papst-Audienz vor Franziskus. Und waren unisono vom Oberhaupt der katholischen Kirche beeindruckt. „So etwas hat man vermutlich nur einmal im Leben“, sagte Mats Hummels. „Das war für uns alle sehr bewegend und beeindruckend. Er hat uns mit seiner Botschaft alle erreicht. Es waren schöne Minuten. Im Vatikan zu sein, ist etwas außergewöhnlich Schönes“, schwärmte Bundestrainer Joachim Löw. Und auch Reinhard Grindel, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes und Leiter der Delegation, war vom Papst angetan. „Seine Herzlichkeit und Freundlichkeit waren ansteckend. Ein Besuch, den man niemals vergessen wird.“

Aktuelle Themen wurden bei den Reden im Vatikan nicht angesprochen, sondern eher generelle Aspekte wie Disziplin, Verantwortung und gegenseitiger Respekt. „Das macht Sie so erfolgreich“, sagte Franziskus der Mannschaft. Als Geschenk überreichte die DFB-Delegation dem Papst ein Tuch, das von Kindern und Jugendlichen aus dem Gelsenkirchener Kinderhaus „Manus“ bemalt wurde. Das Haus in Gelsenkirchen wird von der Stiftung des krankheitsbedingt fehlenden Torhüters und Kapitäns Manuel Neuer betrieben. Zudem gab es für das katholische Kirchenoberhaupt ein Trikot mit der Unterschrift aller Spieler. Dabei verkniff es sich die deutsche Delegation, dem Argentinier ein Hemd aus dem WM-Finale 2014 zu überreichen. Vielmehr handelte es sich um eine aktuelle Kollektion.

Die werden die Nationalspieler auch heute (20.45 Uhr/ARD) in Mailand im Testspiel gegen Italien tragen. Es ist bereits die dritte Auflage des Fußball-Klassikers in diesem Jahr. Im Frühjahr hatte die Nationalelf die Azzurri in München, ebenfalls in einem Freundschaftsspiel, mit 4:1 die Oberhand behalten, das EM-Viertelfinale in Bordeaux endete mit einem Sieg in einem epischen Elfmeterschießen.

Von der dritten Auflage binnen neun Monaten erwartet der Bundestrainer neue Erkenntnisse. „Beide Mannschaften sind befreit von dem Druck, der bei der EM herrschte, und werden mehr tun für die Offensive“, glaubt Löw an einen offenen Schlagabtausch.

Anders als nach dem WM-Triumph 2014 fiel die Mannschaft nach dem EM-Halbfinal-Aus nicht in ein Loch. Im Gegenteil, das Team wirkt jetzt wieder erfolgshungrig. Etliche junge Spieler sind nachgerückt, wie etwa der Wolfsburger Yannick Gerhardt (22), der heute als Linksverteidiger mit seinem Nationalelf-Debüt rechnen kann. Vom Schalker Leon Goretzka (21) schwärmt Löw nachgerade: „Er ist einer unserer Talentiertesten, technisch stark, spielt mit Tempo und ist für sein Alter schon sehr reif.“

Nachrückende Jugend plus arrivierte Spieler, die wieder den nötigen Biss haben – das ist für Verteidiger Mats Hummels eine erfolgversprechende Mischung. „Es ist ein guter Geist, eine gute Atmosphäre zu spüren, auch im Training. Das ist eine gute Voraussetzung für weiteren Erfolg“, glaubt der Abwehrchef, der es mit seinem früheren Dortmunder Kollegen, Angreifer Ciro Immobile, zu tun bekommen wird.

Ob sein Pendant Mario Gomez dabeisein wird, ist offen. Der Schwabe im Trikot des VfL Wolfsburg war nach einem verletzungsbedingt schwachen Bundesliga-Start zuletzt wieder in Fahrt gekommen, zog sich aber beim 8:0 in San Marino einen Bluterguss im Oberschenkel zu. Gesetzt sind heute Bernd Leno im Tor und Benedikt Höwedes als Hummels' Nebenmann in der Abwehr.

„Ich mache mir konkrete Gedanken über die Belastung der Spieler und nehme darauf Rücksicht. Es kann sich kein Verein beschweren, kein Spieler wird überbelastet zu seinem Verein zurückkehren“, sagt der Bundestrainer mit Blick auf die Diskussionen in der Bundesliga über die bereits dritte Länderspiel-Pause in dieser Saison.

Zudem kehren die Spieler ja auch unabhängig vom Resultat mental gestärkt am Mittwoch zu ihren Klubs zurück. Dafür sorgte ja der Papst.

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15.11.2016, 06:00 Uhr

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