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Flucht ohne Worte

Geste des Friedens und der Freundschaft: Syrer aus Glatt beeindruckte

Die Terroranschläge in Paris beschäftigten auch hier bei uns die syrischen Flüchtlinge. Sie sind entsetzt über die Morde, die angeblich im Namen Allahs begangen wurden. Auf keinen Fall fordere der Koran dazu auf, Menschen zu töten, erklärten sie im Glatter Schlosshof bei einer interkulturellen Begegnung.

20.11.2015
  • Margita Manz

Glatt. Als Zeichen der tiefen Verabscheuung solcher Gräueltaten im Namen Allahs hatten die syrischen Bewohner in Glatt zu einer Veranstaltung am Mittwochabend in den Schlosshof eingeladen, zu der mehr als 250 deutsche und syrische Besucher gekommen waren. Ohne Worte, mit sehr deutlicher Gestik und bewegender Mimik zeigten die Flüchtlinge in einem kurzen Theaterstück, was Flucht bedeutet und wie die Aufnahme in Deutschland hautnah empfunden wurde.

Syrische Weisen vorgetragen

Schüsse und Granateinschläge waren vom Band zu hören. Dann ertönte leise arabische Musik. Mit der Verabschiedung von den Zurückbleibenden und der Aufbruch begann das Stück „ohne Worte“. Junge Männer bildeten den Rahmen, alle hatten Schilder mit den Ländern, durch die die Flucht von Syrien bis nach Deutschland führt, umhängen. „Griechenland winkt alle kurz durch, Türkei: Schlepper kassieren und verfrachten die Flüchtlinge auf ein Boot, Mazedonien und Serbien winken durch oder halten gewaltsam fest. Trotzdem geht es auf dubiosen Wegen weiter.

In Ungarn war die Ablehnung und Bedrohung am Größten, bevor wieder Schleuser die Flüchtlinge an die deutsche Grenze brachten. Dort gab es zum ersten Mal auf ihrer langen Reise Hilfe und ein späteres Willkommen in Glatt. Ohne Worte verstand jeder, was mit der Aufführung gemeint war. Einige junge Männer formierten sich zu einem Chor und trugen traditionelle syrische Weisen vor.

Die klare Absage an die abscheulichen Taten wurde anschließend mit einer Erklärung zum Ausdruck gebracht, die Habib Ahmad auf syrisch und Samira Zerroak auf Deutsch verlas. In der Rede wurde sehr klar Stellung genommen gegen den Terror der IS.

Traditionelle Speisen am Buffet

Cornelia Bitzer-Hildebrandt überbrachte eine Botschaft von der Stadt an alle Besucher und zeigte Freude über diese Veranstaltung, die die Kulturen näher zusammenbringen können, indem man sich gegenseitig kennenlernen kann.

„Wir lernen die Menschen nicht kennen indem sie zu uns kommen, wir müssen zu ihnen gehen, damit wir sie verstehen lernen“ riet die stellvertretende Bürgermeisterin von Sulz. Dass so viele der Einladung der Flüchtlinge gefolgt sind, sei ein gutes Zeichen. Bei der Schlacht m Buffet gab es im Anschluss auch keine Sprachschwierigkeiten mehr. Die riesigen Mengen syrischen und tunesischen Spezialitäten mundeten allen Besuchern und waren schnell gemeinsam verschlungen. Gute Gespräche und fröhliches Kinderspiel ohne Barrieren rundeten den gelungenen Abend ab.

Geste des Friedens und der Freundschaft: Syrer aus Glatt beeindruckte
Mit der Deutschlandfahne um die Schulter wurden syrische Weisen gesungen. Bilder: maz

Geste des Friedens und der Freundschaft: Syrer aus Glatt beeindruckte

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20.11.2015, 12:00 Uhr

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