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Kommentar

Gezielte Provokation

17.03.2018

Von ULRIKE SOSALLA

Ulm. Horst Seehofer weiß, wie man Schlagzeilen erzeugt. Man nehme eine plakative Aussage, verkürze sie zu einem griffigen Satz und schon hat man die schönste Empörungswelle. Die Aussage, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, ruft verlässlich und reflexhaft all jene auf den Plan, die genauso oder ganz anders denken.

Horst Seehofer weiß aber auch, wann man Schlagzeilen macht. Am besten dann, wenn der Dauer-Konkurrent und ewiger Widersacher zum eigenen Nachfolger als Ministerpräsident gewählt werden soll. Dass Seehofer Söder an dessen erstem Amtstag in Bayern die Show stiehlt, dürfte nicht nur ein Nebeneffekt der gezielten Provokation des neuen Heimatministers sein.

Denn eines ist Seehofers Interview nicht: Ein ernsthafter Beitrag zur Integrationsdebatte. In einer Zeit, in der islamischer Radikalismus sich ebenso verbreitet wie Islamfeindlichkeit, in der Extremisten unterschiedlicher Herkunft Moscheen angreifen und sich in immer mehr Städten Parallelgesellschaften bilden, gäbe es genug zu diskutieren. Seehofer hat nun klargestellt, dass er den Posten des Heimatministers nicht nutzen will, um einen Beitrag dazu zu leisten.

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Erstellt:
17. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
17. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. März 2018, 06:00 Uhr

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