Eutingen · Haustiere

Gift gegen Tiere in Eutingen

Eine Eutingerin fand vor ein paar Tagen eine Handvoll Giftkörner auf ihrer Terrasse. Sie erstattete Anzeige gegen Unbekannt.

20.03.2020

Von Alexandra Feinler

Eine Bewohnerin des Tübinger Wegs in Eutingen fand am Wochenende Gift auf ihrer Terrasse und warnt nun die Nachbarschaft. Bilder: Alexandra Feinler

Die Dame, die im Tübinger Weg in Eutingen wohnt, schüttelt den Kopf. „Unfassbar!“ sagt sie: Am Morgen des vergangenen Sonntag fand sie eine Handvoll Giftkörner auf ihrer Terrasse. Mit diesen in der Hand erstattete sie Anzeige gegen Unbekannt auf dem Horber Polizeirevier.

„Mein Hund hat am Samstagabend gebellt und ging zur Tür. Das macht er nicht, wenn draußen eine Katze herumläuft“, erklärt die Bewohnerin, die im Untergeschoss eines Miethauses wohnt. Also hat der Hund wohl eine Person im Außenbereich wahrgenommen. Diese muss über die Außenstufen an ihrer Haustüre vorbeigegangen sein und die Giftkörner auf der Terrasse ausgelegt haben. An diesem Abend dachte sich die Eutingerin jedoch noch nichts. Eigentlich wollte sie übers Wochenende verreise, was sie jedoch wegen der Corona-Vorsichtsmaßnahmen unterließ.

Am nächsten Tag entdeckte sie im Eckbereich der Terrasse die bohnenförmigen, violetten Giftköder und sammelte sie alle ein, bevor ein Tier oder gar ein Mensch zu schaden kam. Ihre Malteserhündin hätte diese nicht gefressen: „Die ein Gourmet und frisst solches Zeug nicht.“ Jedoch würden sich Nachbarskinder immer wieder in dem offenen Garten aufhalten, besteht doch zum Nachbar keine Abzäunung oder Mauer. Bereits am Montag sei eines der Kinder in diesem Bereich gewesen und von der Bewohnerin gewarnt worden.

„Das hätte böse ausgehen können“, ärgert sich die tierliebe Eutingerin. Sie kümmert sich immer wieder um Igel und andere Tiere, hat selbst jahrelang Hunde und hatte auch schon viele Jahre Vögel sowie Katzen. Die unbekannte Person muss sich ausgekannt haben, vermutet die Betroffene. „Keiner legt da unabsichtlich Giftköder aus“, beschreibt sie die fast schon versteckte Stelle. Um andere zu schützen, habe sie den Vorfall der Polizei angezeigt.

Nun habe sich auch der Tierschutz aus Freudenstadt gemeldet. Immerhin sei bei einer Bekannten der Hund vergiftet worden und da muss das Gift auch im Garten ausgelegt worden sein, betont die Eutingerin. Ob weitere Bürger ähnliche Giftköder gefunden hätten, kann Lena Bischoff vom zuständigen Polizeipräsidium Pforzheim nicht bestätigen: „Bei der Polizei ist bislang ein einzelner Fall im Zusammenhang mit dem Auslegen von Mäusegift rund um Horb am Neckar bekannt geworden.“ Jedoch bestätigt sie auch die Vermutungen der Eutingerin, dass es sich bei den gebeizten Körnern um ein Gift handle, das auf Feldern verwendet werde.

„Ein gewöhnlicher Haushalt hat das gar nicht, und in einem Laden gibt es das auch nicht einfach so zu kaufen“, erklärt die Eutingerin. Sie habe sich bei Landwirten informiert, die ihr erklärt hätten, dass man die Körnchen in eine Art Rohr einbringe und dann in ein Mauseloch stecke. So würden umliegende Tiere nicht an das Gift herankommen. „Bei der hierbei ausgestreuten Substanz handelte es sich nach unseren bisherigen Erkenntnissen um ein gebeiztes Saatgut, welches bei der Bekämpfung von Nagetieren eingesetzt wird. Normalerweise besitzt die Substanz auf Haustiere wie beispielsweise Hunde keine anziehende Wirkung“, erläutert Bischoff. Kinder hätten dieses jedoch zum Spielen verwenden können. Die violette Farbe und die bonbon- oder bohnenartige Form hätte Kinder vielleicht auch dazu bewegt, die Köder zu probieren.

Hoffnung auf Einzelfall

„Wer macht so etwas Unverantwortliches?“, ärgert sich die Eutingerin. Sie habe rumgefragt, ob sich jemand von ihrem Hund belästigt fühle oder ob jemand denke, dass sie Hundebeutel in anderen Gärten entsorge. „Das mache ich nicht, aber ich denke, das hat mit meinem Hund nichts zu tun“, vermutet sie – eher mit ihrer Liebe für Igel und Vögel. Sie ist sicher, dass dieses Vorhaben ihren Pflegetieren galt. „Bei solchen Machenschaften bleibt nichts anderes übrig, als eine Überwachungskamera zu installieren, damit solche Menschen zur Verantwortung gezogen werden“, sagt sie. Sie hofft noch, dass es sich bei diesem Vorkommen um einen Einzelfall handelt und dass so manchem, auf gut Schwäbisch gesagt, nun „das Hirn herunterkomme.“

Zum Artikel

Erstellt:
20. März 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
20. März 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. März 2020, 01:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen