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Gift in Billig-Schmuck
Die Auswahl ist riesig. Gesundheitsgefahren werden beim Kauf von günstigem Modeschmuck jedoch selten bedacht. Foto: © victoria p. — fotolia.com
Mode

Gift in Billig-Schmuck

Wer kostengünstige Ketten und Ohrringe trägt, denkt selten an Gesundheitsgefahren, aber die Konzentration von gefährlichen Schwermetallen im Material ist oft zu hoch.

01.12.2016
  • DPA

Berlin. Amtliche Kontrolleure haben in mehr als jedem zehnten Modeschmuckstück zu viel gesundheitsschädliches Blei gefunden. Bei einer untersuchten Kette sei der Verschluss sogar vollständig aus Blei gefertigt gewesen, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gestern in Berlin mit. Die Kontrolleure fanden in 32 von 262 Schmuckstücken Bleiwerte oberhalb des geltenden Höchstgehalts von 500 Milligramm pro Kilogramm. Bei 26 Proben war zudem der Cadmiumgehalt zu hoch.

Die Schwermetalle können ernsthaft krank machen, wenn sie über längere Zeit aufgenommen werden. Die Ergebnisse zeigten, dass billiger Modeschmuck häufig problematisch sei, sagte die Vorsitzende der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz (LAV), Juliane Becker. Gefahr entstehe vor allem, wenn der Schmuck verschluckt werde. „Dann sind schwerwiegende, sogar tödliche Vergiftungen möglich.“ Blei kann das menschliche Nervensystem schädigen und unfruchtbar machen, Cadmium schadet unter anderem den Nieren und gilt auch als krebserregend.

Der getestete Schmuck kam etwa zur Hälfte aus Deutschland, die andere Hälfte war importiert. BVL-Chef Helmut Tschiersky zufolge stach aber kein Land besonders hervor. Im vergangenen Jahr hatten die Experten unter anderem herausgefunden, dass Ohrstecker von Modeschmuck mehr allergieauslösendes Nickel als vor einigen Jahren enthielten. Wer empfindlich auf Nickel reagiert, solle von vornherein nickelfreien Schmuck kaufen – das müsse deklariert sein, sagte Becker.

Die Grünen im Bundestag nannten die Ergebnisse besorgniserregend. „Neben einer engmaschigen Kontrolle ist auch die Bundesregierung gefragt“, sagte Nicole Maisch, die verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Fraktion. „Sie muss mit den Herstellern und Importeuren dafür sorgen, dass Schmuck nicht zur Gesundheitsgefahr wird.“ Gerade Modeschmuck, den häufig auch Kinder und Jugendliche trügen, müsse sicher sein. dpa

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01.12.2016, 06:00 Uhr

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