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Giftgasangriff tötet mehr als 50 Menschen in Syrien
Syrische Kinder aus Khan Sheikhun in der Provinz Idlib werden in einem Krankenhaus in der benachbarten Stadt Maaret al-Noman behandelt. Foto: Foto. Afp
Krieg

Giftgasangriff tötet mehr als 50 Menschen in Syrien

Die EU-Außenbeauftragte sieht das Assad-Regime als Urheber der Attacke. Viele Länder verurteilen den Einsatz der Chemiewaffen.

05.04.2017
  • MARTIN GEHLEN

Brüssel. Während die Vereinten Nationen auf der Syrienkonferenz in Brüssel an die Welt appellierten, mehr Gelder für Flüchtlinge und den Wiederaufbau zur Verfügung zu stellen, griffen Kampfflugzeuge in der Provinz Idlib das Städtchen Khan Sheikhoun mit Giftgasgranaten an und töteten mindestens 58 Menschen, darunter elf Kinder.

Die in Brüssel versammelten Politiker und Diplomaten reagierten empört. EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini machte Baschar al-Assad für das Massaker verantwortlich und erklärte, es sei surreal, an einem solchen Tag über die Zeit nach dem syrischen Bürgerkrieg zu beraten und den Wiederaufbau nach einem Frieden zu planen. Frankreich beantragte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan rief seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin an und drohte, solche Angriffe könnte die russisch-türkische Friedensinitiative von Kasachstan gefährden.

Welches Gas die Angreifer einsetzten, blieb unklar. Fotos im Internet zeigten Leichen von Mädchen und Jungen auf der Ladefläche eines Pick-Ups. Erstickte Erwachsene, die zusammengekrümmt auf der Straße lagen, hatten Schaum vor dem Mund. Auf Videosequenzen sind Ärzte des örtlichen Krankenhauses zu sehen, die mit künstlicher Beatmung um das Leben der Opfer kämpften. Am Mittag schlugen Raketen auch in das Hospital ein, in dem Dutzende Überlebende liegen. Die Provinz Idlib gilt als letzte Hochburg der Rebellen, unter denen die Al-Kaida nahe Allianz Hayat Tahrir al-Sham jetzt den Ton angibt.

Auf der Konferenz in Brüssel betonte EU-Kommissar Christos Stylianides, es sei die moralische Pflicht der internationalen Gemeinschaft, ihrer Verantwortung gegenüber dem syrischen Volk nachzukommen. „Nur eine politische Lösung kann das Leid beenden“, erklärte er und kritisierte vor allem die Behinderung der Helfer durch die Kriegsparteien.

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05.04.2017, 06:00 Uhr

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