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Kultur

Giftige Hochkultur

21.04.2017
  • KNUT PRIES

Brüssel. Hoffnung für das deutsche Orgelbauer-Gewerbe: Die EU schickt sich an, auf einen Eingriff in das Pfeifenwesen zu verzichten, der womöglich den Untergang der traditionsreichen Branche bedeuten würde. Pfeifen dürfen auch in Zukunft giftig sein, erklärt Joanna Drake, aus der Umweltabteilung der EU-Kommission. Kultur solle in diesem Fall vor Umweltschutz gehen.

Orgeln, das gehört zur Tradition, sind nicht besonders umweltverträglich. In den Pfeifen steckt eine Blei-Legierung. Elektro-Geräte, in denen Metalle wie Blei oder Quecksilber verbaut sind, dürfen aber nach einem EU-Gesetz ab 2019 nicht mehr verkauft werden. Und weil die allermeisten Orgeln ihre Luft aus Elektro-Gebläsen beziehen, würde das auch für die Königin der Instrumente gelten.

Doch Brüssel hat die Sache noch einmal geprüft. Das Ergebnis: „Die meisten Orgelpfeifen bleiben über Jahrhunderte am gleichen Ort, die Austauschrate ist vernachlässigbar.“ Orgelpfeifen seien ein ausgesprochen langlebiges Produkt, so die Erkenntnis. Folglich empfiehlt die Kommission, Orgeln von der Vorschrift auszunehmen.

Alles andere wäre aus deutscher Sicht von Übel. Die Branche beschäftigt zwar nur 1500 Mitarbeiter, ist aber erfolgreich – und hoch angesehen. Auch die Elbphilharmonie in Hamburg ist mit einer Orgel aus heimischer Fabrikation bestückt, gefertigt vom Bonner Traditionshaus Johannes Klais.

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21.04.2017, 06:00 Uhr

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