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Musikfest Berlin glänzt mit enormer Vielfalt

Gipfeltreffen mit Schlagwerk

Alljährlich im Herbst findet das Musikfest Berlin statt. Auch dieses Jahr war es wieder ein Gipfeltreffen zahlreicher prominenter Klangkörper und Solisten.

01.10.2016
  • DIETRICH BRETZ

Berlin. 27 Veranstaltungen mit mehr als 70 Tonschöpfungen von gut 35 Komponisten: Das Musikfest Berlin 2016 vermittelte eine Vielzahl von Eindrücken. Sein Profil erhält das Festival durch seine Programmdramaturgie, die immer wieder zu Unrecht selten gespielte Werke der letzten Jahrzehnte ins Blickfeld rückt.

So markierte heuer Wolfgang Rihms „Poème dansé“ (1982) für großes Orchester und sechs Schlagzeuger (mit dem BR-Symphonieorchester unter Daniel Harding) einen bedeutungsvollen Auftakt. Das Schlagwerk verlieh diesem Musikfest in unterschiedlichsten Genres eine ganz besondere Note.

Am augenfälligsten zeigte sich seine Rolle in Olga Neuwirths neuer Komposition „Trurliade – Zone Zero“. Wobei dieses Schlagzeugkonzert der 1968 geborenen österreichischen Komponistin das Zentrum des Abends mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin mit Jakob Hrusa am Pult bildete. Neuwirths Opus nimmt Bezug auf die Hauptgestalt in Stanislaw Lews Erzählung „Trurls Maschine“, in der ein Erfinder dagegen ankämpft, von seiner eigenen Maschine überwältigt zu werden. Überwältigend, mit welcher Virtuosität und Flexibilität Robyn Schulkowksy ihren Percussionsapparat bearbeitete und so den Kampf gegen die erdrückende Masse des Orchesters ausfocht.

Eine ganz andere Klangwelt begegnete dem Zuhörer in dem „Concert Romanesc“ (1951) von György Ligeti, neben Edgar Varèse und John Adams ein Favorit des Festivals. Ein Frühwerk des ungarischen Meisters, das in der Einbindung folkloristischen Materials noch Bartóks Spuren folgt. Ein Werk auf dem Weg zur Meisterschaft ist auch Anton Dvoraks vernachlässigte 4. Sinfonie, dessen melodische und rhythmische Vielfalt Hrusa und das DSO differenziert ausloteten.

Ein Festivalereignis der besonderen Art zum Finale war die Erstaufführung der rekonstruierten Fassung beider Teile von Sergej Eisensteins Filmopus „Iwan der Schreckliche“ mit Sergej Prokofjews Originalmusik. Ein großer Abend des Rundfunk-Sinfonieorchesters und des Rundfunkchores Berlin, die mit Frank Strobel am Pult die kongeniale Musik live zum Klingen brachten und so ein Gesamtkunstwerk entstehen ließen.

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01.10.2016, 06:00 Uhr

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