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Teststrecke Kirchfeldstraße

Glasfasern sollen in Zukunft Risse im Belag verhindern

Bis gestern Nachmittag wurde in der Kirchfeldstraße ein neuer Belag aufgebracht. Unter der Deckschicht liegt dort nun ein Netz aus Glasfasermaterial, das Risse in der Fahrbahnoberfläche verhindern soll.

08.09.2012
  • Stephan Gokeler

Kirchentellinsfurt. Netze haben in der Kirchfeldstraße Tradition. Doch während es sich bislang um eher wilde Netze aus Bitumenlinien handelte, mit denen kleinere Risse in der Fahrbahnoberfläche kaschiert worden waren, liegt das neue, säuberliche Quadrate bildende Netz einige Zentimeter tiefer. Unter dem Belag wurde über die ganze Straßenbreite ein Gitter aus Glasfasermaterial gelegt. Dieses Netz soll verhindern, dass sich kleinere Risse in der Tragschicht bis nach oben fortsetzen.

Gitter zur Bewehrung von Straßenbelägen sind schon seit einigen Jahren auf dem Markt. Bislang werden vorwiegend Kunststoffnetze verwendet. Die sorgen allerdings bei späteren Sanierungsarbeiten für Probleme. „Wenn man den Belag wieder abfräst, wickelt sich das Netz mit auf“, erläutert Ingenieur Reinhold Tress, der die Gemeinde bei diesem Vorhaben als Planer begleitet. Das in der Kirchfeldstraße verwendete Glasfasermaterial hingegen zerfällt einfach in kleine Partikel und macht auch bei der Wiederverwertung des alten Belags keine Schwierigkeiten.

Belastungen durch den Verkehr, Witterungseinflüsse oder auch Arbeiten an Kanal- oder Hausanschlüssen sorgen immer wieder für kleinere Bewegungen im Straßenuntergrund. Das Glasfasernetz soll den Belag gegenüber solchen Verschiebungen stabilisieren. Wunder kann die Technik allerdings nicht vollbringen: Größere Setzungen, wie sie bei mangelhafter Verdichtung des Untergrunds auftreten können, kann auch das Glasfasergitter nicht überbrücken. Deshalb, vermutet Tress, wird das Verfahren bislang überwiegend auf außerörtlichen Straßen angewandt. Dort gibt es weniger Kanäle und Hausanschlüsse.

Dass diese mitten im Ort zahlreich sind, könnte der Grund dafür sein, dass nur wenige Baufirmen ein Angebot abgaben. „Im Ort muss man immer wieder mit Aufgrabungen rechnen, manche Baufirmen haben womöglich Angst wegen der Gewährleistung bei diesem Verfahren“, so Tress. Ortsbaumeister Martin Lack hatte im Gemeinderat noch einen weiteren Verdacht geäußert: Sollte sich die Hoffnung bestätigen, dass ein durch ein Netz stabilisierter Belag eine vielfache Lebensdauer wie eine herkömmliche Oberfläche hat, könnte das den Baufirmen das Geschäft vermiesen. „Viele Straßenbaubetriebe haben eine eigene Bitumenproduktion“, so Lack. Die Mehrkosten für das Glasfasernetz von sechs bis acht Euro pro Quadratmeter würden sich bei längerer Haltbarkeit für den Auftraggeber schnell in einen Gewinn verwandeln. Ob diese Rechnung auch innerorts aufgeht, wird nun in der Kirchfeldstraße überprüft. „Für uns ist das eine Art Versuchsstrecke, denn Erfahrungswerte liegen dafür noch kaum vor“, sagt Tress.

Glasfasern sollen in Zukunft Risse im Belag verhindern
Ein Gitternetz aus Glasfaser haben Arbeiter jetzt in die Kirchfeldstraße eingebaut. Es soll Risse verhindern. Bild: Gokeler

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08.09.2012, 12:00 Uhr

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