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„Glücklich mit meinen Kurven“
Foto: RTL II
Castingshow

„Glücklich mit meinen Kurven“

Angelina Kirsch hat Kleidergröße 42/44 und ist damit ein erfolgreiches Model. Jetzt sucht sie bei RTL II dralle Kolleginnen.

05.10.2016
  • DPA

München. Seit mehr als zehn Jahren und elf Staffeln sucht Moderatorin Heidi Klum „Germany‘s Next Topmodel“ in ihrer Pro 7-Show. Das wichtigste Kriterium für die Kandidatinnen: Schön schlank müssen sie sein. Der Privatsender RTL II plant nun quasi das Gegenstück zu dieser Sendung.

Heute (20.15 Uhr) startet die Castingshow „Curvy Supermodel“ mit Modemacher Harald Glööckler, Tänzerin Motsi Mabuse, Modelagent Ted Linow und Model Angelina Kirsch in der Jury. Auch dort gibt es Castings, auch dort werden die Haare abgeschnitten. Doch eins ist anders: Die Models haben – der Name verrät's – Kurven. Model Kirsch ist selbst von Size Zero weit entfernt und erzählt im Interview, was bei molligen Models anders ist – und was nicht.

In Heidi Klums Sendung gab es zwei große Skandale: Einmal hatte eine Kandidatin einen Schokoriegel gegessen und einmal Pommes mit Majo. Wird es bei Ihnen solche Probleme auch geben?

Angelina Kirsch: Natürlich behandeln wir mit den Mädels auch das Thema Ernährung und Sport. Das gehört dazu, egal ob als dünnes Model oder als Curvy Model. Die Maße müssen ja gehalten werden. Man darf nicht abnehmen, aber auch nicht zunehmen.

Muss ein Curvy Model auf andere Dinge achten als ein Size-Zero-Model?

Nein, eigentlich nicht. Wenn man Model ist, ist man Model. Man ist ja genau so auf dem Laufsteg und vor der Kamera unterwegs. Was vielleicht eine größere Rolle spielt, ist das Thema Lebensfreude, das ein Curvy Model besser transportieren kann. Aber eigentlich unterscheidet sich der Job nicht grundsätzlich.

Warum geht es bei Curvy Models mehr um Lebensfreude als bei dünnen Models?

Ich denke, viele Frauen fühlen sich da eher abgeholt. Die Durchschnittsgröße in Deutschland ist nunmal nicht 34/36, sondern 40/42 und aufwärts. Da freut sich die Endkundin, wenn sie von einem Curvy Model angestrahlt wird, das damit sagt: Ich bin glücklich mit meinen Kurven.

Warum sind denn dann die meisten Models immer noch so dünn?

Auch die dünnen Models haben ihre Berechtigung. Ich vergleiche Haute-Couture-Designer immer mit einem Künstler, einem Kunstmaler. Der nimmt sich ja auch keine kurvige Leinwand, sondern eine glatte, um seine Kunst zu zeigen. Die Botschaft sollte also nicht sein: Das ist der Prototyp Körper. Individualität muss mehr gefeiert werden.

Gerade Model-Castingshows im Fernsehen aber leben von einem gewissen Ideal, einer Bezugsgröße und einer gewissen Oberflächlichkeit. Passt das zusammen?

Das passt auf jeden Fall zusammen. Das Model-Geschäft ist nun einmal oberflächlich. Es geht um Maße. Und wenn ein Kunde mich bucht, dann schaut er auf meine Haarfarbe. Es ist eine oberflächliche Branche, aber man kann natürlich trotzdem seinen Nutzen daraus ziehen. Man muss nur wissen, dass es nicht persönlich gemeint ist. Dadurch, dass es so oberflächlich ist, ist da nichts persönlich. Es geht nur um die Äußerlichkeit, und die wird genau so bewertet wie etwa die Leistung eines Schriftstellers. Man muss einfach wissen, wie man das nimmt.

Die Quoten für „GNTM“ sind nicht mehr so hoch, wie sie schon mal waren, verschiedene andere Model-Shows sind gefloppt. Warum soll das bei Ihnen anders werden?

Ich hoffe, dass es anders wird. Wir haben tolles Material zusammengestellt, uns sehr viel Mühe gegeben und wir hatten tolle Kandidatinnen. Neben der Model-Suche geht es bei uns sehr viel darum, das Selbstwertgefühl der Kandidatinnen aufzubauen und sie auf den Job vorzubereiten.

Gibt es die beliebten Umstyling-Folge auch bei Ihnen?

Wir haben ein Umstyling gemacht, und es ist natürlich ein großes Glück, wenn ein Profi vorbeikommt und den Kandidatinnen zeigt, was ihnen alles steht. Aber wir sind alles Frauen, und wenn man seine langen Haare jahrelang gezüchtet hat, entgleisen schon mal die Gesichtszüge, wenn die Schere kommt. Das wird eine schön emotionale Folge.

Sind kurvige Models weniger zickig als dünne?

Nee, das kann ich nicht pauschal sagen. Britta Schultejans, dpa

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05.10.2016, 06:00 Uhr

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