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Gnadenloser Staatschef
Foto: dpa
Präsident Rodrigo Duterte

Gnadenloser Staatschef

Ein Mann liegt leblos auf einer Straße im nächtlichen Manila. Neben ihm steht eine Papptafel mit der Aufschrift „Ich bin ein Drogendealer.“ Der Tote zählt zu mittlerweile Tausenden mutmaßlichen Kriminellen, die auf den Philippinen außerhalb jedes Rechtssystems umgebracht wurden. Sie sind Zielscheibe des blutigen „Kriegs gegen die Drogen“ von Präsident Rodrigo Duterte.

30.12.2016
  • EPD

Manila. Der 71-Jährige zeigt sich entschlossener denn je.

Von den Medien „Punisher“ (Bestrafer) getauft, erklärte der Staatschef zuletzt, dass er in seiner Amtszeit als Bürgermeister von Davao eigenhändig mutmaßliche Kriminelle getötet habe. UN-Menschenrechtskommissar Seid Ra‘ad al-Hussein hat daraufhin Ermittlungen gegen Duterte gefordert. Er schließt sich einem Kanon der Kritik an: Seit Monaten verlangen Menschenrechtler, UN-Vertreter sowie Politiker aus dem In- und Ausland, Duterte müsse das Töten beenden und unabhängige Untersuchungen zulassen. Seit seinem Amtsantritt Ende Juni sind mehr als 6000 Menschen ermordet worden. Ein Teil wurde demnach von Polizisten erschossen, die anderen von bewaffneten Mobs massakriert, von Killerkommandos und Auftragsmördern.

Laut einer Erhebung des Instituts „Social Weather Stations“ stehen 85 Prozent der Bevölkerung zwar grundsätzlich hinter Dutertes drakonischer Politik. Zugleich sorgen sich aber 78 Prozent, sie selbst oder jemand, den sie kennen, könne Opfer außergerichtlicher Hinrichtungen werden. 71 Prozent forderten, Verdächtige müssten lebend gefasst werden. Duterte indes hat deutlich gemacht, dass er seinen Feldzug nicht beenden will.

Duterte schwor im Wahlkampf, das Land binnen sechs Monaten von Drogenkriminalität und Korruption zu befreien. Im Herbst kündigte er an, dafür ein weiteres halbes Jahr zu brauchen. epd

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30.12.2016, 06:00 Uhr

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