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Macht die Tür weiter auf

Gomaringer Bürgermeister appelliert an Immobilienbesitzer, Platz bereitzustellen

Gomaringen organisiert die Unterstützung für Flüchtlinge unauffällig, wegen einer guten sozialen Infrastruktur aber recht effektiv.

23.12.2014
  • Mario Beisswenger

Gomaringen. Drei Mal hat sich der rund dreißig Personen umfassende Unterstützerkreis in Gomaringen schon getroffen. Vertreterinnen von Schule, Kindergarten und Kirchen sind dabei, verschiedene Vereine und Initiativen wie der CVJM oder das Café International. Hauptamtsleitern Saskia Brendle organisiert die Gruppe und auch Bürgermeister Steffen Heß legt Hand an. Er brachte den Ende November angekommenen Flüchtlingen aus Afrika eine Kiste Gomaringer Apfelsaft vorbei.

„Die Leute kommen von weit her, die haben sicher auch Durst“, habe er sich gedacht. Heß flocht dieses Element der Willkommenskultur in seinen Jahresrückblick bei der Weihnachtsfeier des Gemeinderates vergangene Woche ein – ganz selbstverständlich neben dem neuen Feuerwehrauto für Stockach und der Enthüllung einer Werbetafel für die Bahnhofstraßen-Bebauung.

Am liebsten hätte es Heß, wenn die Flüchtlinge wie bisher in normalen Häusern unterkommen können, ohne dass die Gemeinde Einfach-Wohnräume in Form von Containern aufstellen muss.

Heß appelliert an alle Immobilienbesitzer, Platz für die Unterbringung von Flüchtlingen bereitzustellen. Es sei ja klar, dass noch mehr kommen werden. „Ein Miteinander kann sich nur entwickeln, wenn sie unter uns leben. Dann kümmern sich auch die Nachbarn.“

Wenigstens wurden die Nachbarn der Flüchtlinge in Gomaringen auch zu den bisherigen Treffen eines Unterstützerkreises eingeladen. Das letzte Treffen war am dritten Advent zur Kaffeezeit im CVJM-Heim.

Mit dieser Art des Angebots hat Eva Wied schon länger Erfahrung. Das Café International, inzwischen ein Verein der Gomaringer Zuwanderinnen, begann auch als „Multi-Kulti-Kaffeeklatsch“, wie Wied sagt. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Schwelle niedrig genug ist.“ Besonders dann, wenn sich nur Frauen treffen.

Der Klatsch geht dann in Wieds Tanzetage in musikalische Bewegung über. „Da ist dann Sprache nicht mehr so wichtig“, sagt Wied. Denn das sieht Karin Renz vom CVJM als größtes Problem: „Die Sprachbarriere ist schwierig.“ Englisch- oder Französisch-Kenntnisse wären ganz gut für den Kontakt. Für die Flüchtlinge gibt es auf private Initiative hin auch schon ersten Deutsch-Unterricht.

Gomaringer Bürgermeister appelliert an Immobilienbesitzer, Platz bereitzustellen
Bürgermeister Steffen Heß begrüßte die neuen Flüchtlinge mit Apfelsaft. Bild: ST

In Gomaringen leben zur Zeit 13 Flüchtlinge. Schon länger eine Famile aus Serbien und eine aus Indien. Ende November kamen noch drei Frauen aus Togo und Kamerun und zwei ihrer Kinder. Bislang sind sie in angemieteten Häusern untergebracht.

Für die Unterbringung hat die Gemeinde etwas mehr als 40 000 Euro im Haushalt 2015 bereitstehen. Neben Miete sind das auch Sach- und Personalkosten etwa für Bauhofmitarbeiter, die etwas reparieren. Den überwiegenden Teil der Kosten für alle Flüchtlinge zusammen bezahlt aber der Kreis.

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23.12.2014, 12:00 Uhr

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